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26. Januar 2026 - Kiel

Vandalismus am Mahnmal für die Kieler Synagoge

Kerzen und Blumen über den Gehweg verteilt und zertreten: Landtagspräsidentin Kristina Herbst verurteilt die Tat in der Kieler Innenstadt scharf und betont die Solidarität mit den jüdischen Gemeinden sowie den Schutz jüdischen Lebens.

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Blumen liegen am Mahnmal der Synagoge Kiel, welches an dem Platz der 1938 zerstörten Synagoge steht.
© Foto: Axel Heimken, dpa

Nach Medienberichten haben Unbekannte am Wochenende das Mahnmal für die zerstörte Synagoge in der Kieler Goethestraße heimgesucht. Die am Mahnmal zum Gedenken abgestellten Kerzen, Blumen sowie weitere Gegenstände wurden von dem oder den Tätern vom Mahnmal entfernt, über den Gehweg verteilt und teilweise zertreten. Landtagspräsidentin Kristina Herbst zeigt sich von dem abscheulichen Vorfall erschüttert und verurteilt die Tat scharf. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

„Ich bin bestürzt über diesen Vandalismus an einem Ort des Gedenkens und der Mahnung. Das Mahnmal erinnert an die Zerstörung der Synagoge und die Verbrechen des Nationalsozialismus in Kiel und steht für die Verpflichtung unserer Gesellschaft gegen Antisemitismus und Hass. Wer versucht, diesen Ort der Erinnerung zu schänden, greift nicht nur einen Gedenkort an, sondern den gesellschaftlichen Zusammenhalt unseres Landes. Wir stehen solidarisch an der Seite der jüdischen Gemeinden in Schleswig-Holstein und setzen uns entschieden für den Schutz jüdischenLebens ein – heute und in Zukunft“, sagte Herbst am Montag.

Schutz jüdischen Lebens nicht verhandelbar

Landtagspräsidentin Herbst, die auch Vorsitzende des Runden Tisches für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus des Landesparlaments ist, betonte, dass sie die Tat zutiefst betroffen mache. „Wieder einmal zeigt sich, wie wichtig unser fortwährendes Engagement für Respekt, gegenseitiges Verständnis und ein vielfältiges Miteinander ist. Der Schutz jüdischen Lebens, jüdischer Kultur und jüdischer Erinnerung ist nicht verhandelbar – er gehört zum Kern unserer demokratischen Gesellschaft. Wir rufen alle Menschen in Schleswig-Holstein dazu auf, sich klar gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Gewalt zu stellen und gemeinsam für eine offene und tolerante Gemeinschaft einzutreten.“

Auch der Zeitpunkt der Tat – unmittelbar vor dem bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar – mache betroffen. Die zentrale Gedenkveranstaltung des Schleswig-Holsteinischen Landtages findet am Dienstag in Itzehoe statt. Das Mahnmal für die in der Pogromnacht 1938 zerstörte Synagoge in Kiel ist ein zentraler Erinnerungsort an die Verfolgung der jüdischen Gemeinde in Schleswig-Holstein und ein sichtbares Zeichen der Mahnung gegen Hass und Gewalt.