In Schleswig-Holstein soll es künftig in jedem Jahr an einem festen Datum einen „Tag der autochthonen Minderheiten“ geben. Das fordert die SPD und will bereits im Jahr 2027 damit starten. Die dänische Minderheit, die friesische Volksgruppe und die deutsche Minderheit in Dänemark sollen sich an diesem Tag der Öffentlichkeit präsentieren. Diese Gruppen wünschten sich „insgesamt mehr Sichtbarkeit ihrer Geschichte, Kultur und Anliegen“, so die Sozialdemokraten. Auch an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen soll das Thema an diesem Tag behandelt werden. Die Wissensvermittlung über die Minderheiten sei „ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Demokratie“.
Autochthone Minderheiten sind Bevölkerungsgruppen, die seit Jahrhunderten in einem bestimmten Gebiet leben. Schleswig-Holstein ist das Bundesland mit der größten Vielfalt in diesem Bereich. Die dänische Minderheit in Südschleswig besteht aus etwa 50.000 Menschen. Nördlich der Grenze zählt die deutsche Minderheit in Nordschleswig etwa 15.000 Angehörige. Gut 50.000 Menschen im Nordwesten des Landes fühlen sich als Nordfriesen. Etwa 10.000 Menschen haben aktive und etwa doppelt so viele passive friesische Sprachkenntnisse. Im Lande leben zudem etwa 5.000 Sinti und Roma, hauptsächlich in Kiel, Lübeck sowie im Hamburger Randgebiet.
SSW-Fraktion reagiert ablehnend
Der SSW, der die Dänen und Friesen im Lande vertritt, reagierte in einer ersten Stellungnahme ablehnend auf den SPD-Vorschlag: Es gebe bereits derartige Tage, etwa die Årsmøde, das Jahrestreffen der dänischen Minderheit in Flensburg Ende Mai. Die deutsche Minderheit in Dänemark trifft sich alljährlich beim Knivsberg-Fest im Juni.