Ein eigenes Verwaltungsgebäude für Elternbeiräte oder Schülervertretungen wird es in Schleswig-Holstein auch weiterhin nicht geben. Die SPD scheiterte mit ihrem Antrag auf ein „Haus der Partizipation“, in dem „gesetzlich normierte Interessenvertretungen“ Büro- und Sitzungsräume bekommen sollten. Es gebe bereits funktionierende Strukturen, hieß es bei der Koalition.
Martin Habersaat (SPD) sah das Land in der Pflicht. Landes- und Kreiselternvertretungen der Kitas und der Schulen wie auch die Landesschülersprecher der verschiedenen Schulformen erfüllten „Aufgaben, die wir ihnen gesetzlich zugewiesen haben“. In der Realität gebe es aber bei der Mitsprache oft praktische Hürden. So müssten die Schülervertretungen mangels eigener Räume im Bildungsministerium tagen. Dort hätten sie aber abends oder am Wochenende keinen Zutritt.
Verweis auf die jährlichen Budgets
FDP und SSW unterstützten die Sozialdemokraten. Die Liberale Anne Riecke (FDP) sprach von „einer guten Sache“. Es gehe nicht nur um einen konkreten Versammlungsort, sondern auch um moderne, digitale Kommunikationstechnik. Ein eigenes Haus erhöhe die Sichtbarkeit der Vertretungen, so Christian Dirschauer (SSW).
Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) verwies darauf, dass die Vertretungen jährliche Budgets hätten, in denen auch Gelder für Raummiete enthalten seien. So bekämen die Kita-Eltern 30.000 Euro, die Schul-Eltern 40.000 Euro und die Schülervertretungen 55.000 Euro. Zudem, so Wiebke Zweig (CDU) gebe es „enge Kontakte ins Ministerium“ – etwa alle drei Monate eine Gesprächsrunde mit der Bildungsministerin oder einem Staatssekretär. Hinzu kämen die Verbindungslehrkräfte. Jasper Balke (Grüne) betonte, dass ein solches Haus auch den kommunalen Jugendbeiräten und den Seniorenvertretungen offen stehen müsste. Das sei ein Aufwand, der „in der aktuellen Haushaltslage nicht zu verantworten“ sei.