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30. Januar 2026 - Plenum

Wohnraumförderung für Fachkräfte gefordert

Um Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen, will die SPD die Wohnraumförderung des Landes ausweiten. Die Koalition hält eine gezielte Förderung von Mitarbeiterwohnungen für nicht zielführend und verweist auf bestehende Instrumente.

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Thomas Hölck: „Man kann niemanden einstellen, wenn keine bezahlbare Wohnung zu finden ist.“
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

In einer lebhaften Debatte befasste sich der Landtag mit dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum im Land – insbesondere für Arbeitskräfte in touristisch geprägten Regionen. Die SPD sieht darin ein zentrales Hindernis für die Fachkräftesicherung und fordert, die bestehende Wohnraumförderung gezielt um Mitarbeiterwohnungen zu erweitern. CDU und Grüne halten diesen Ansatz für nicht zielführend und setzen mit einem Alternativantrag auf die Weiterentwicklung bestehender Programme. Aus Sicht der Sozialdemokraten greift das jedoch zu kurz, wie Thomas Hölck in der Debatte deutlich machte.

Hölck verwies darauf, dass vielerorts nicht nur Wohnungen fehlten, sondern Beschäftigte faktisch vom Wohnungsmarkt ausgeschlossen seien. In einigen Regionen seien die Angebotsmieten in den vergangenen zehn Jahren um bis zu 90 Prozent gestiegen, zugleich fielen zahlreiche Sozialwohnungen aus der Bindung. „Man kann niemanden einstellen, wenn keine bezahlbare Wohnung zu finden ist“, sagte Hölck. Eine gezielte Förderung sei deshalb notwendig, um dort anzusetzen, wo Wohnraummangel unmittelbar die Fachkräftesicherung behindere.

Koalition setzt auf bestehende Förderstrukturen

 

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Thomas Jepsen (CDU): „Es ist leider nur wenig Neues in dem Antrag.“
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Für die CDU hielt Thomas Jepsen entgegen, dass Mitarbeiterwohnungen bereits heute über die soziale Wohnraumförderung möglich seien. Vieles von dem, was die SPD fordere, werde bereits umgesetzt. „Es ist leider nur wenig Neues in dem Antrag“, sagte Jepsen. Der Alternativantrag der Koalition ziele darauf ab, vorhandene Instrumente weiterzuentwickeln und laufende Projekte auszuwerten, statt die Förderung auf einzelne Zielgruppen zu konzentrieren.

 

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Bina Braun (Grüne): „Unser klares Ziel ist es, die Mittel so einzusetzen, dass möglichst viel sozialer Wohnraum geschaffen wird“
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Bina Braun (Grüne) ergänzte, dass bei der Wohnraumförderung eine ausgewogene Mittelverteilung entscheidend sei. Auch sie zeigte sich „verwundert“ über den SPD-Antrag, da die Förderung von Wohnraum für Beschäftigte bereits gängige Praxis sei. „Unser klares Ziel ist es, die Mittel so einzusetzen, dass möglichst viel sozialer Wohnraum geschaffen wird“, sagte Braun. Dabei komme es darauf an, die vorhandenen Mittel „so gerecht wie möglich“ in Stadt und Land einzusetzen.

FDP und SSW unterstützen gezielten Ansatz

 

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Annabell Krämer (FDP) kritisierte, dass Mittel der Investitionsbank Schleswig-Holstein zur Haushaltskonsolidierung herangezogen würden.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Unterstützung für den SPD-Vorstoß kam von der FDP. Annabell Krämer kritisierte, dass Mittel der Investitionsbank Schleswig-Holstein zur Haushaltskonsolidierung herangezogen würden, statt konsequent in den Wohnungsbau zu fließen. Förderprogramme müssten einfacher zugänglich werden, zugleich bremsten hohe Baukosten und Bürokratie die Bautätigkeit. „Fakt ist: Wer heute noch baut, baut nicht mit, sondern trotz der Politik“, sagte Krämer.

 

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Sybilla Nitsch (SSW) verwies darauf, dass andere Bundesländer bereits Modelle zur Förderung von Mitarbeiterwohnungen erprobt hätten.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Auch der SSW sprach sich für gezielte Förderansätze aus. Sybilla Nitsch verwies darauf, dass andere Bundesländer bereits Modelle zur Förderung von Mitarbeiterwohnungen erprobt hätten – insbesondere für Regionen mit besonderen strukturellen Herausforderungen. Schleswig-Holstein könne von diesen Erfahrungen profitieren und entsprechende Ansätze prüfen.

Finke: „Bezahlbarer Wohnraum für alle“

 

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Innenministerin Magdalena Finke (CDU) stimmte mit der Einschätzung überein, dass Schleswig-Holstein mehr bezahlbaren Wohnraum brauche.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Innenministerin Magdalena Finke (CDU) stimmte mit der Einschätzung überein, dass Schleswig-Holstein mehr bezahlbaren Wohnraum brauche – „und zwar für alle“. Die Wohnraumförderung liege auf Rekordniveau, das Land sei „das beste Flächenland in der sozialen Wohnraumförderung“. Ziel der Landesregierung sei es nach wie vor, mehr zu bauen und mehr Bauen zu ermöglichen. Finke verwies unter anderem auf das Bauland-Mobilisierungsgesetz, das Wohnraumschutzgesetz und Erleichterungen durch den sogenannten Bauturbo. „Dadurch steht der Werkzeugkasten bereit, sodass gebaut werden kann“, sagte sie.

Eine Überweisung der Anträge in den Ausschuss sowie der SPD-Antrag wurden mit den Stimmen von CDU und Grünen abgelehnt. Der Alternativantrag der Koalition wurde angenommen.

Die SPD fordert, das Wohnraumförderprogramm des Landes um die Förderung von Mitarbeiterwohnungen zu erweitern. Unterstützt werden sollen Projekte lokaler Unternehmen, die Wohnungen für ihre Beschäftigten errichten, sofern sich die Arbeitgeber direkt beteiligen und einen angemessenen Eigenanteil leisten. Ziel ist es, die Bindung von Fachkräften in Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt zu verbessern.

Zur Begründung verweist der Antrag auf Regionen, in denen der Wohnungsmarkt die Gewinnung von Fachkräften erschwert. Besonders betroffen seien touristische Gebiete sowie die nordfriesischen Inseln. Laut SPD sind die Angebotsmieten in Gemeinden etwa an der Lübecker Bucht in den letzten zehn Jahren teilweise um mehr als 90 Prozent gestiegen. Viele potenzielle Beschäftigte seien daher nicht mehr bereit, ihren Lebensmittelpunkt dorthin zu verlegen, da Mieten und Einkommen nicht mehr zueinander passten.

CDU und Bündnis 90/Die Grünen haben zu dem SPD-Antrag einen Alternativantrag vorgelegt. Darin verweisen sie darauf, dass es bereits heute möglich sei, über die soziale Wohnraumförderung Wohnraum für Arbeits- und Fachkräfte zu schaffen, und heben die in den vergangenen Jahren deutlich erhöhten Landesmittel für die Wohnraumförderung hervor. Zudem sprechen sie sich dafür aus, bestehende Förderinstrumente wie das Programm „Junges Wohnen“ weiter zu begleiten, laufende Projekte auszuwerten und die gewonnenen Erkenntnisse in die Förderberatung einzubringen.

DIHK: Fachkräfte brauchen Wohnungen

Auch Wirtschaftsverbände sehen fehlenden bezahlbaren Wohnraum als Hemmnis für die Fachkräftesicherung. So fordert die Deutsche Industrie- und Handelskammer unter anderem schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie Bürokratieabbau. Laut einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC begünstigen hohe Mieten insbesondere in Großstädten Jobwechsel oder Abwanderung und verschärfen den Wettbewerb um Fachkräfte.

Top 18:

Antrag der Fraktion der SPD:

Alternativantrag der Fraktionen CDU und Grüne: