
Gut besucht: Die Pinnwandaktion des Pressereferats. Die Pinnwand musste mehrmals geleert werden.
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Foto: Landtag, Anna Gellner
Rund 25.000 Besucherinnen und Besucher kamen im Juli letzten Jahres zum Tag der offenen Tür in den Landtag – so viele wie nie zuvor. Unter dem Motto „Politik ist k/ein Ponyhof“ bot das Landeshaus ein vielfältiges Programm mit Führungen, Bühnenauftritten, Informationsständen und zahlreichen Mitmachaktionen. Neben den Fraktionen und externen Akteuren präsentierten sich auch die Referate der Landtagsverwaltung und gaben Einblicke in ihre Arbeit.
Das Pressereferat (Referat 17) informierte an seinem Stand zu verschiedenen Möglichkeiten, sich über parlamentarische Arbeit zu informieren – etwa auf der Website des Landtages, seinen Social-Media-Kanälen oder in der Zeitschrift „Der Landtag“. Als Mitmachaktion waren die Gäste eingeladen, eigene Anliegen zu formulieren: Unter dem Titel „Schleswig-Holstein 2030 – Deine Wünsche & Erwartungen an die Politik“ konnten Besucherinnen und Besucher ihre Gedanken auf Karteikarten an einer großen Pinnwand hinterlassen. 673 handschriftliche Wünsche kamen so zusammen, die anschließend thematisch ausgewertet und inhaltlich gebündelt wurden.
Was die Besucherinnen und Besucher bewegte
Hat die Einträge der Besucherinnen und Besucher ausgewertet: Jordis Holm aus dem Pressereferat des Landtages
Foto: Landtag, Michael Neubauer
Die Auswertung zeigt, welche Themen die Besucherinnen und Besucher beim Tag der offenen Tür besonders beschäftigt haben. Im Mittelpunkt standen soziale Fragen, Familienförderung und das Zusammenleben im Alltag. Auch Demokratie, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Vertrauen in politische Entscheidungen spielten eine große Rolle. Bildung und Zukunftschancen wurden als zentrale Zukunftsthemen wahrgenommen, während Mobilität, Arbeit und wirtschaftliche Perspektiven eng mit der Lebensqualität verknüpft waren. Klima- und Umweltthemen nahmen im Vergleich einen kleineren Anteil ein.
Vereinzelt genannt wurden auch einige sehr persönliche und konkrete Anliegen, die viel über individuelle Lebenslagen erzählen. So wurde unter anderem auf die ärztliche Versorgung in Insel- und Randlagen hingewiesen, mehr Unterstützung für Alleinerziehende oder pflegende Angehörige angeregt und der Wunsch nach stärkerer Aufmerksamkeit für psychische Gesundheit geäußert. Auch Fragen der Wertschätzung sozialer Berufe, politischer Bildung oder des respektvollen Umgangs miteinander fanden ihren Platz auf einzelnen Karten.
Andere Beiträge waren dagegen kreativ und humorvoll: Die Bandbreite reichte vom Wunsch, Pokémon-Figuren mögen endlich in Wirklichkeit existieren, über eine Steuererhebung nach dem Prinzip „den Zehnten abgeben“ bis hin zur Rückkehr der Monarchie in Deutschland. Auch Forderungen nach mehr Wahlpartys, mehr Limonade für alle oder dem dauerhaften Erhalt der Schlagermusik fanden ihren Weg an die Pinnwand – nicht jedoch in die Auswertung.
Auswertung der Karten
Die thematischen Oberkategorien dienen der inhaltlichen Einordnung. Sie entsprechen keinen formalen Ressortzuschnitten.
1. Soziale Sicherheit, Familienförderung & Zusammenleben
Anteil: 33,9 Prozent (228 Wünsche)
- Unterstützung für Familien, Kinderbetreuung und soziale Einrichtungen
- Bezahlbarer Wohnraum und kommunale Infrastruktur
- Teilhabe, Inklusion und Unterstützung benachteiligter Gruppen
- Gemeinschaft, Ehrenamt und gesellschaftlicher Zusammenhalt
2. Demokratie, gesellschaftlicher Zusammenhalt & Vertrauen in Politik
Anteil: 24,2 Prozent (163 Wünsche)
- Frieden und Stabilität
- Schutz und Stärkung der Demokratie
- Transparenz, Verlässlichkeit und Verständlichkeit politischer Entscheidungen
- Bürgerbeteiligung, Dialog und respektvolle politische Kultur
3. Bildung & Zukunftschancen
Anteil: 20,1 Prozent (135 Wünsche)
- Bessere Ausstattung und mehr finanzielle Mittel für Bildungseinrichtungen
- Mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen im Bildungsbereich
- Modernisierung von Schule, Unterricht und Lernkonzepten
- Stärkung gesellschaftlicher, politischer und individueller Zukunftskompetenzen
4. Mobilität, Arbeit & wirtschaftliche Perspektiven
Anteil: 16,0 Prozent (108 Wünsche)
- Ausbau und bezahlbare Nutzung nachhaltiger Mobilitätsangebote
- Ausbau und Modernisierung der Verkehrs- und Infrastruktur
- Faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen
- Stärkung von Ausbildung, Beschäftigungssicherheit und wirtschaftlichen Perspektiven
5. Klima, Umwelt & Landwirtschaft
Anteil: 5,8 Prozent (39 Wünsche)
- Klima-, Natur- und Umweltschutz
- Ausbau erneuerbarer Energien und nachhaltiger Infrastruktur
- Förderung regionaler Landwirtschaft und nachhaltiger Ernährung
- Verbesserung von Tierwohl, Biodiversität und Ressourcenschutz
Zur Einordnung
Die Auswertung basiert auf freiwillig abgegebenen Wunschkarten von Besucherinnen und Besuchern des Tages der offenen Tür. Es erfolgte keine systematische Stichprobenauswahl. Die Ergebnisse stellen daher lediglich ein thematisches Meinungsbild der Teilnehmenden dar, nicht jedoch eine bevölkerungsrepräsentative Erhebung.