Die Koalitionsfraktionen wollen die Arbeit der kommunalen Jugendbeiräte stärker fördern. Die Gremien seien „ein wichtiger Beitrag zur Beteiligung junger Menschen sowie zur politischen Bildung“. CDU und Grüne schlagen verschiedene Maßnahmen vor. Die Anregung kommt von der Veranstaltung „Jugend im Landtag“, bei der 15- bis 20-Jährige einmal im Jahr ihre Forderungen an die „große Politik“ formulieren. Dort wurde zuletzt im November 2025 eine Stärkung der Jugendbeteiligung angemahnt.
CDU und Grüne rufen die Landesregierung nun auf, gemeinsam mit dem Landesbeauftragten für politische Bildung einen „Leitfaden zur Gründung von Jugendbeiräten“ zu erstellen. Er soll Vorschläge zur Anwerbung von Mitgliedern, Hilfe bei der Organisation und Tipps zu Rede- und Antragsrechten sowie eine Mustersatzung enthalten. Zudem soll das Thema im Schulunterricht eine stärkere Rolle spielen. Das Engagement der Jugendlichen soll im Zeugnis vermerkt werden, und sie sollen „bei dringendem Bedarf“ von den schulischen Pflichten befreit werden.
SSW fordert gesetzlich verankerten Landesjugendbeirat
Dem SSW gehen diese Forderungen nicht weit genug. Die Oppositionsfraktion fordert in einem eigenen Antrag, einen demokratisch legitimierten Landesjugendbeirat gesetzlich zu verankern, der mindestens zweimal im Jahr mit der Landesregierung zusammenkommen soll. Die Jugendvertreter sollen zudem ein „Anhörungsrecht bei allen jugendrelevanten Gesetzesvorhaben“ bekommen und ein „Initiativrecht für eigene Stellungnahmen und Empfehlungen gegenüber Landtag und Landesregierung“ erhalten. Auf kommunaler Ebene sollen Kinder- und Jugendbeiräte verbindlich werden – bislang ist in der Gemeindeordnung lediglich von „geeigneten Verfahren“ für eine „angemessene“ Beteiligung die Rede. Und: Der SSW will „landesweite Jugenddialoge“ mit der Politik „nach dänischem Vorbild“ einrichten.
In Schleswig-Holstein gibt es laut Sozialministerium etwa 80 Kinder- und Jugendbeiräte, Jugendparlamente und Junge Räte (Stand: 2023). Sie vertreten gemäß Paragraf 47d der Gemeindeordnung die Interessen junger Menschen, indem sie in den kommunalen Ausschüssen mitwirken und eigene Projekte anstoßen. Unterstützung erhalten sie vom Landesjugendring und vom Sozialministerium.