Der SSW fordert die Landesregierung auf, die Sucht- und Drogenprävention systematisch weiterzuentwickeln. Dazu sollen valide Daten zu Konsum- und Verbreitungsmustern legaler und illegaler Drogen erhoben werden, unter Einbeziehung flächendeckender Abwasseranalysen zur Aufhellung des Dunkelfelds. Die Datengrundlage soll auf Landesebene gebündelt, detailliert ausgewertet und in ein engmaschiges Monitoring überführt werden, heißt es im Antrag. Auf dieser Basis sollen konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet werden, darunter zielgruppen- und substanzspezifische Präventionsangebote, eine Ausweitung von Drug-Checking sowie die Einrichtung von Drogenkonsumräumen. Zudem fordert der SSW eine strategisch abgestimmte Ausrichtung der Prävention zwischen Land, Kommunen und weiteren Akteuren.
Zur Begründung verweist die Fraktion darauf, dass sich Konsumverhalten und Risikoprofile in den vergangenen Jahren deutlich verändert hätten. Präventionsangebote seien bislang stark auf Tabak- und Alkoholkonsum ausgerichtet und würden neue Entwicklungen wie Cannabis, synthetische Drogen, Medikamentenmissbrauch oder Glücksspiel nicht ausreichend berücksichtigen. Ohne eine belastbare Datengrundlage und eine koordinierte Steuerung drohten Versorgungslücken und eine unzureichende Anpassung an aktuelle Trends.
Diakonie sieht steigenden Handlungsbedarf
Bereits im vergangenen Jahr hatte der SSW im Zusammenhang mit der Teillegalisierung von Cannabis auf Defizite in der Drogenprävention hingewiesen. Auch die Diakonie Schleswig-Holstein fordert seit Längerem eine auskömmliche Finanzierung der Suchtberatung und verweist auf steigenden Beratungsbedarf sowie wachsende Anforderungen an die Einrichtungen. Medienberichte wiesen zuletzt zudem auf Engpässe bei Therapieplätzen für suchtkranke Jugendliche und fehlende belastbare Bedarfszahlen hin.