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26. Februar 2026 – 80 Jahre Landtag

Von Kalben würdigt parlamentarische Pioniere des Jahres 1946

Vor genau 80 Jahren, am 26. Februar 1946, trat im Kieler Stadttheater der erste Schleswig-Holsteinische Landtag nach dem Krieg zusammen. Am 17. Juni wird in einer Festveranstaltung an das Jubiläum erinnert.

Eka von Kalben
Landtagsvizepräsidentin Eka von Kalben blickte auf die Anfänge der Demokratie im Jahr 1946 zurück.
© Foto: Landtag, Sönke Ehlers

Landtagsvizepräsidentin Eka von Kalben würdigte zum Beginn der Plenarsitzung die „Frauen und Männer, die in dieser ersten parlamentarischen Stunde für unser Land aktiv wurden“, als Vorbilder. Von Kalben vertrat die erkrankte Landtagspräsidentin Kristina Herbst.

Die Abgeordneten des ersten Landtages hätten in der Mehrzahl dem NS-Regime „ablehnend bis offen widerständig“ gegenübergestanden, und sie hätten sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Diktatur aktiv „am Aufbau einer neuen Demokratie“ beteiligt. Dies sei „unter unfassbar schwierigen Umständen“ geschehen, so von Kalben: „In der unmittelbaren Nachkriegszeit mussten fast eine Million Flüchtlinge aus den Ostgebieten in Schleswig-Holstein untergebracht und versorgt werden – in einem Land, dessen Industrie zerstört war, das kaum Rohstoffe besaß und sich nicht selbst ernähren konnte.“ Die „Verwaltung des Mangels“, der Kampf gegen den Hunger, die Wohnungslosigkeit und die Kälte strenger Winter hätten die parlamentarische Arbeit der ersten Nachkriegsjahre geprägt.

Erste Abgeordnete von Militärverwaltung ernannt

 

Archivfoto erster Landtag 1946 Schauspielhaus
Damals Sitz des Parlaments: Das Kieler Schauspielhaus.
Foto: Landtag

Trotz der widrigen Umstände sei „von Anfang an ein starkes parlamentarisches Selbstbewusstsein“ vorhanden gewesen, betonte die Vizepräsidentin: „Angesichts der Erfahrungen des Scheiterns der Weimarer Republik und der NS-Diktatur stritten die Abgeordneten parteiübergreifend für eine starke Rolle des Landtages gegenüber der Landesregierung - und sie scheuten auch den Konflikt mit der Besatzungsmacht nicht.“

Die Abgeordneten des ersten Landtages waren nicht gewählt, sondern von der britischen Militärverwaltung ernannt worden. Sie beschlossen am 12. Juni 1946 eine vorläufige Verfassung für Schleswig-Holstein, das damals noch preußische Provinz war. Erster Landtagspräsident war der Kieler Pastor und CDU-Politiker Paul Husfeldt. Von Kalben zitierte ihn aus seiner Antrittsrede: „Wenn so viele Menschen für eine falsche Idee in den Tod gehen mussten, warum sollten wir uns davor fürchten, für die Sache der Gerechtigkeit unseren Kopf hinzuhalten.“

Erste Wahl im April 1947

 

Archivfoto erster Landtag 1946 Schauspielhaus
Das erste Landesparlament im Jahr 1946 tagte unter britischer Kontrolle auf der Theaterbühne.
Foto: Landtag

Der erste Landtag amtierte bis November 1946, dann ernannten die Briten ein neues Landesparlament auf der Basis der damaligen Kommunalwahl. Im April 1947 wurden die Schleswig-Holsteiner erstmals nach dem Krieg landesweit an die Urnen gerufen, der erste gewählte Landtag trat am 9. Mai 1947 zusammen, genau zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Am 17. Juni dieses Jahres will der Landtag in einer Festveranstaltung an sein 80. Jubiläum, an die erste Landesverfassung und an die Gründung des Landes Schleswig-Holstein am 23. August 1946 erinnern.

Archivfoto erster Landtag 1946 Schauspielhaus
Abgeordnete nahmen im Theatersaal dort Platz, wo sonst die Zuschauer saßen.
Foto: Landtag