
Anette Röttger (CDU): „Der Verbraucher darf nicht getäuscht werden.“
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Foto: Landtag, Sönke Ehlers
Immer mehr Waren werden online bestellt – oft bequem per Klick, aber nicht immer transparent. CDU und Grüne sehen insbesondere bei Anbietern aus Drittstaaten Defizite und wollen deshalb unter anderem die bestehenden EU-Regeln des „Digital Services Act“ konsequenter durchsetzen. Klare Angaben zu Unternehmenssitz, Rücksendung und möglichen Zusatzkosten sollen verpflichtend sichtbar werden. Ziel ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher vor bösen Überraschungen zu schützen und gleichzeitig ihre Eigenverantwortung zu stärken.
„Der Verbraucher darf auch im Onlinehandel nicht getäuscht werden“, betonte Anette Röttger (CDU). Häufig entstehe auf Onlineplattformen der Eindruck, Angebote stammten aus der EU. Tatsächlich gingen Rücksendungen dann aber in Drittstaaten – oft verbunden mit hohen Kosten. Gerade bei globalen Plattformen und sogenannten Dropshipping-Modellen, bei denen Händler Bestellungen direkt an Großhändler weiterreichen, fehlten klare Angaben zu Rücksendeadressen und Folgekosten. Röttger resümierte: „Nur wer gut informiert ist, kann verantwortungsbewusste Kaufentscheidungen treffen.“
Durchsetzung der Regeln schwierig

Durchsetzung von Regeln oft unzureichend: Dirk Kock-Rohwer (Grüne).
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Dirk Kock-Rohwer (Grüne) verwies darauf, dass die entsprechenden Regeln bereits existierten, ihre Durchsetzung jedoch häufig unzureichend sei. Der europäische „Digital Services Act“ setze gute und klare Standards, „doch es hapert bei der Durchsetzung“. Deshalb müsse hierzulande die Bundesnetzagentur gestärkt werden, um Verstöße wirksam zu verfolgen und Verbraucher besser zu schützen.

Marc Timmer (SPD): „Augen auf bei Online-Shops.“
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Marc Timmer (SPD) sah ebenfalls Handlungsbedarf, bewertete den Antrag jedoch differenziert. Viele Regelungen existierten bereits, würden aber nicht immer greifen. Verbraucher müssten daher besonders aufmerksam sein: „Augen auf bei Online-Shops.“ Wichtig sei vor allem, Rücksendekosten sichtbar vor dem Kaufabschluss zu machen. Timmer wies zudem auf die stark steigende Zahl von Fake-Shops hin. Diese würden täuschend echt wirken und Verbraucher gezielt in die Irre führen.
Infos müssen leicht auffindbar sein

Warnte davor, den Onlinehandel mit immer neuen Vorgaben zu überfrachten: Bernd Buchholz (FDP).
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Bernd Buchholz (FDP) warnte davor, den Onlinehandel mit immer neuen Vorgaben zu überfrachten. „Wir dürfen es mit Regulierung nicht übertreiben“, sagte er. Entscheidend sei, dass bestehende Informationen verständlich und leicht auffindbar seien. Klare Regeln seien sinnvoll, dürften aber nicht zu zusätzlicher Bürokratie führen. Buchholz bemängelte außerdem, dass ein ähnlicher Entschließungsantrag im Deutschen Bundesrat bereits stattgefunden habe: „Sie hätten da die Chance gehabt, auch kraftvoll zuzustimmen. Das haben Sie leider nicht gemacht.“

Michael Schunck (SSW): „Wer Verantwortung übernehmen soll, muss auch informiert und unterstützt werden.“
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Der SSW betonte unter anderem die Wichtigkeit der Verbraucherschutzzentralen: „Wer Verantwortung übernehmen soll, muss auch informiert und unterstützt werden“, so Dr. Michael Schunck. Gerade bei komplexen internationalen Angeboten brauche es daher auch eine starke Verbraucherberatung, deren Mittel nicht gekürzt werden dürfte.
Bei Drittstaaten genau hinsehen

Verbraucherschutzministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU): „Wir setzen hier ein starkes Votum für unsere Verbraucherinnen und Verbraucher und für unsere Wirtschaft.“
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Verbraucherschutzministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) betonte, dass sich viele Anbieter an die Regeln hielten. „Aber gerade bei Drittstaaten müssen wir genauer hinsehen“, so die Ministerin. Werkzeuge wie der Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentralen – ein Online-Tool zur Überprüfung von Internetshops – seien hier ein passendes Instrument, reichten allein jedoch nicht aus. Insgesamt gehe es zudem nicht nur um Verbraucherschutz, sondern auch um faire Wettbewerbsbedingungen für heimische Unternehmen. „Wir setzen hier ein starkes Votum für unsere Verbraucherinnen und Verbraucher und für unsere Wirtschaft.“
Der Antrag von CDU und Grünen wurde vom Landtag einstimmig angenommen.