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10. August 2026 – Jugendbegegnung

Gemeinsam erinnern, austauschen und gestalten

Zehn Tage lang setzen sich junge Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern in der Gedenkstätte Ahrensbök mit NS-Geschichte, Erinnerungskultur und Demokratie auseinander. Zum Abschluss der internationalen Jugendbegegnung „Bridging Histories“ würdigt Landtagspräsidentin Kristina Herbst das Engagement der Teilnehmenden.

Ein Ort der Erinnerung: Landtagspräsidentin Kristina Herbst mit Teilnehmenden der internationalen Jugendbegegnung „Bridging Histories“
Ahrensbök – ein Ort der Erinnerung. Landtagspräsidentin Kristina Herbst mit Teilnehmenden der internationalen Jugendbegegnung „Bridging Histories“
© Foto: Landtag, Claudia Köhne-Moebus

Erinnern, austauschen und gemeinsam Geschichte aufarbeiten: 14 junge Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern haben sich bei der internationalen Jugendbegegnung „Bridging Histories“ mit der Geschichte Ahrensböks während des Nationalsozialismus beschäftigt. Am vergangenen Freitag (7. August) kamen sie zur Abschlussveranstaltung in der Gedenkstätte Ahrensbök zusammen. In ihrem Grußwort als Schirmherrin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Schleswig-Holstein würdigte Landtagspräsidentin Kristina Herbst das Engagement der Jugendlichen.

Herbst hob die Bedeutung von Gedenkstätten wie Ahrensbök für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus hervor. Solche historischen Orte hielten nicht nur die Erinnerung an vergangenes Unrecht wach, sondern richteten zugleich einen Auftrag an die Gegenwart. „Die historischen Orte mahnen uns, heute für Freiheit und Demokratie einzutreten“, sagte Herbst. Gerade angesichts des Krieges in der Ukraine zeige sich, dass Frieden und Freiheit auch in Europa nicht selbstverständlich seien. Umso wichtiger sei es, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und daraus Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen.

Erinnerungsarbeit und internationaler Austausch

Während der zehntägigen Begegnung unterstützten die 17- bis 26-Jährigen Pflege- und Erhaltungsarbeiten auf dem Gelände der Gedenkstätte. In Workshops und Gesprächen beschäftigten sie sich mit dem frühen Konzentrationslager in Ahrensbök, Zwangsarbeit und dem Todesmarsch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Schicksal der Opfer der „Cap Arcona“ und der „Thielbek“ in der Neustädter Bucht. Darüber hinaus tauschten sich die Teilnehmenden über Erinnerungskultur, Demokratie, Menschenrechte und interreligiösen Dialog aus.

Internationale Jugendbegegnungen dieser Art organisiert der Volksbund seit vielen Jahrzehnten in ganz Europa. Zum Abschluss in Ahrensbök blickten die Jugendlichen gemeinsam auf die vergangenen Tage zurück und stellten ihre Erfahrungen sowie die Ergebnisse eines Workshops vor.

Die Gedenkstätte Ahrensbök

Das Gebäude der heutigen Gedenkstätte Ahrensbök wurde 1883 als Direktionsvilla einer Zuckerfabrik errichtet. Von Oktober bis Dezember 1933 befand sich dort eines der frühen Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Bis zu 70 Menschen waren gleichzeitig inhaftiert, darunter vor allem Mitglieder von KPD und SPD sowie Gewerkschafter. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges führte zudem ein Todesmarsch mit KZ-Häftlingen durch Ahrensbök bis in die Neustädter Bucht. Viele der Häftlinge wurden dort auf Schiffe gebracht. Bei einem britischen Luftangriff auf die „Cap Arcona“ und die „Thielbek“ am 3. Mai 1945 kamen mehr als 7.000 Menschen ums Leben. Seit dem 8. Mai 2001 wird das ehemalige Direktionsgebäude als Gedenkstätte genutzt.

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