Eine schnelle Entscheidung sei im Interesse der rund 1400 Bediensteten des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV-SH). Der LBV ist derzeit für die Verwaltung der 1545 Kilometer Bundesstraßen zuständig. Die Koalition erwägt eine Übertragung der Aufgabe an den Bund. Die SPD-Fraktion fordert den Verbleib beim Land.
„Unsicherheit ist das Schlimmste“, sagte der Verkehrsminister mit Blick auf die Beschäftigten. Schleswig-Holstein muss bis zum 31. Dezember 2018 entscheiden, ob die Aufgabe an eine bundeseigene Infrastrukturgesellschaft für Fernstraßen abgegeben werden soll. Buchholz will deutlich schneller sein: Derzeit erarbeite eine vom Ministerium beauftragte Unternehmensberatung ein Gutachten – es soll das Für und Wider aufzeigen. Abwägungskriterien seien etwa Personal, Kosten und der künftige Einfluss des Landes.
Eine Präsentation der Ergebnisse sagte der Minister dem Wirtschaftsausschuss für nächsten Monat zu, eine Entscheidung bis Jahresende.
SPD: „Eine Frage von Respekt“
Die Sozialdemokraten drängten zusätzlich auf eine mündliche Anhörung. „Bei einer so weitreichenden Entscheidung ist das eine Frage von Respekt gegenüber den Beteiligten“, sagte Thomas Hölck. Die SPD will die Planung und Verwaltung der Bundesstraßen beim Land behalten, etwa aufgrund der besseren regionalen Kenntnisse.
Der FDP-Politiker Christopher Vogt sagte, er erwarte von einer Anhörung nur einen „überschaubaren Erkenntnisgewinn“. Es seien auf Parteien-Ebene bereits viele Gespräche geführt worden mit dem LBV, Gewerkschaften und Verbänden. Auch die CDU führte den Zeitfaktor ins Feld. Zugleich wollten sich die Abgeordneten der Regierungsfraktionen einem Gespräch im Ausschuss auch nicht verschließen. Die mündliche Anhörung soll nun im November stattfinden.
Autobahnen sind künftig komplett Bundesangelegenheit
Hintergrund der Diskussion ist die Neuregelung der Bund-Länder-Finanzen vom Oktober 2016. Dabei ist vereinbart worden, dass Planung, Bau und Verwaltung von Autobahnen ab 2020 komplett in die Hand des Bundes übergehen sollen. Damit will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Auftragsverwaltung effizienter machen. Im Gegenzug erhalten die Länder mehr Geld vom Bund. Eine noch zu gründende, bundeseigene Infrastrukturgesellschaft soll sich künftig um Autobahnen kümmern und - falls ein Land es wünscht - auch um die Bundesstraßen.