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Benachteiligung tarifbeschäftigter Lehrkräfte beenden

Mehr als 4.000 Lehrkräfte in Schleswig-Holstein sind nicht verbeamtet, sondern tarifbeschäftigt. Sie leisten die gleiche Arbeit, haben aber keinen Anspruch auf die Vorteile des Beamtenstatus. Durch die aktuelle Entwicklung im Hinblick auf die amtsangemessene Alimentation und die Besoldungssteigerungen für die Jahre 2025 - 2027 werden tarifbeschäftigte Lehrkräfte nun auch bei der Bezahlung zunehmend abgehängt. Sie leisten die gleiche Arbeit wie Landesbeamt*innen bei schlechterer Bezahlung.
Diese Ungerechtigkeit wird dadurch verschärft, dass für tarifbeschäftigte Lehrkräfte die Arbeitszeit ihrer verbeamteten Kolleg*innen von 41 Stunden pro Woche gilt. Für alle anderen Tarifbeschäftigten gilt hingegen eine Wochenarbeitszeit von 38,7 Stunden. Tarifbeschäftigte Lehrkräfte arbeiten also 2,3 Stunden pro Woche mehr als alle anderen Angestellten im öffentlichen Dienst. Da über die Bezahlung tarifbeschäftigter Lehrkräfte aufgrund der Friedenspflicht im TV-L erst in 2028 wieder verhandelt werden kann und eine kurzfristige Gehaltsanpassung somit ausgeschlossen ist, muss das Land schnellstmöglich andere Mittel nutzen, um die wachsende Ungerechtigkeit in den Kollegien abzubauen.
Ich fordere die Landesregierung deshalb dazu auf, die Wochenarbeitszeit aller tarifbeschäftigten Lehrkräfte auf die im Tarifvertrag der Länder (TV-L) festgeschriebene reguläre Arbeitszeit im öffentlichen Dienst zu reduzieren. Da die Arbeitszeit von Lehrkräften in Pflichtstunden festgelegt wird, entspricht dies einer Verringerung um 1,5 Unterrichtsstunden pro Woche. So wird die Wochenarbeitszeit tarifbeschäftigter Lehrkräfte an die Arbeitszeit der anderen Tarifbeschäftigten beim Land angepasst und die Gerechtigkeitslücke zwischen tarifbeschäftigten und verbeamteten Lehrkräften wieder etwas kleiner.
Hintergrund:
Grund für die fehlende Verbeamtung von Lehrkräften sind häufig Gründe, die nicht von den Lehrkräften selbst zu verantworten sind, wie z.B. chronische Erkrankungen oder ein höheres Lebensalter beim Berufseinstieg. Die hohe Arbeitszeit tarifbeschäftigter Lehrkräfte wiederum resultiert aus einem Verweis im Tarifvertrag mit dem verschiedene Regelungen von Beamt*innen auf sie übertragen werden. Das Land überträgt den tarifbeschäftigten Lehrkräften damit die gleichen Pflichten wie ihren verbeamteten Kolleg*innen, ohne sie im gleichen Maße an der sozialen Absicherung und Bezahlung teilhaben zu lassen. Dabei sollte das Land ein großes Interesse daran haben, tarifbeschäftigte Lehrkräfte an sich zu binden, da sie besonders häufig in Fächern und Regionen mit starkem Lehrkräftemangel eingesetzt werden oder als Vertretungslehrkräfte, die Unterrichtsversorgung unter schwierigen Bedingungen sicherstellen.
Eine Reduzierung der Arbeitszeit auf das Maß aller anderen Tarifbeschäftigten, wird nicht alle Ungleichheiten beseitigen, wäre aber eine wertvolle Würdigung des Landes für die Arbeit tarifbeschäftigter Lehrkräfte.
Diese Petition wird von der GEW Schleswig-Holstein unterstützt.
Details
- 1. Jana Matz, Kiel
- 2. Henrik Pünner, Barmstedt
- 3. Franziska Hense, Kiel
- 4. Susanne Melchior, Kiel
- 5. Kerstin Quellmann, Kiel
- 6. Marek Ehlers, Kiel
- 7. Lasse Hechmann, Norderstedt
- 8. Josephine Albrecht, Flensburg
- 9. Frank Hecht, Leipzig
- 10. Simon Lekscha, Kiel
- 11. Martin Wolf, Kiel
- 12. Inken Heinsen, Kiel