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Igelschutz in Schleswig-Holstein – Nachtfahrverbot für Mähroboter

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Igel sind unverzichtbare Nützlinge in unseren Ökosystemen. Ausgerechnet in unseren Gärten, die eigentlich Rückzugsräume für die Tiere sein sollten, lauert mit dem Mähroboter eine tödliche Gefahr. Statt bei Gefahr zu fliehen, rollen Igel sich zusammen. Diese bewährte Überlebensstrategie schützt vor Fressfeinden, nicht jedoch vor scharfen Klingen. Die Hersteller der Geräte reagieren mit Sensoren und technischen Anpassungen. Doch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Die Systeme funktionieren nicht zuverlässig, besonders bei den kleineren Jungtieren gibt es Probleme.
Dabei nimmt der Igelbestand bereits deutschlandweit ab, ebenso in Schleswig-Holstein. Inzwischen steht der Europäische Igel Erinaceus europaeus auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Lebensraumverlust, -verschlechterung und -zerschneidung, Nahrungsmangel, Umweltgifte wie Pestizide, Verkehr – und zunehmend auch Mähroboter.
Zumindest ein Großteil der Verletzungen und Todesfälle durch Mähroboter ließe sich effektiv verhindern, wenn diese nur tagsüber fahren würden. Denn Igel sind überwiegend bei Dunkelheit aktiv. Auch die ebenfalls dämmerungs- und nachaktiven Kröten und viele weitere heimische Gartenbewohner werden so wirkungsvoll geschützt.
Wir möchten, dass sich das Land Schleswig-Holstein durch folgende Schritte für einen Schutz von Igeln stark macht.
1. Schleswig-Holstein möge ein Nachtfahrverbot für Mähroboter erlassen. Damit werden Igel und andere nacht- und dämmerungsaktive Wildtiere vor Verletzungen und Tötungen durch Mähroboter weitgehend geschützt. Das Nachtfahrverbot soll ein klares Rechtsbewusstsein schaffen und eine unmissverständliche Signalwirkung entfalten. Es soll nicht dazu dienen, Menschen durch Verbote an den Pranger zu stellen.
2. Schleswig-Holstein möge eine Kommunikationskampagne zur Einführung des Nachtfahrverbots durchführen. Die Kampagne stellt die praktische Umsetzung und Kommunikation der Regelung in den Vordergrund. Die Verwaltungen auf Kreis- und kommunaler Ebene werden in die Kampagne eingebunden.
3. Schleswig-Holstein möge eine umfassende Informationskampagne zum Schutz von Igeln, zum Beispiel durch eine igelfreundliche Gartengestaltung, durchführen. Die Kampagne richtet sich an die Öffentlichkeit und fokussiert auf einfache und effektive Maßnahmen.
4. Schleswig-Holstein möge sich mit einer Initiative im Bundesrat dafür einsetzen, dass ein Nachtfahrverbot für Mähroboter auf Bundesebene erwirkt wird.

Diese Petition wird vom NABU Schleswig-Holstein, vom BUND Schleswig-Holstein, von den NABU Gruppen Ammersbek, Bad Oldesloe, Bad Segeberg, Barmstedt, Büchen, Elmshorn, Itzehoe, Kiel, Neumünster, Niebüll-Leck, Nortorf, Ostangeln, Plön, Preetz-Probstei, Schenefeld, Schenefeld-Halstenbek und Schleswig, von der BUND Kreisgruppe Plön, vom Wildtierheim Preetz und von der Igel- und Wildtierhilfe Eckernförder Bucht getragen.

Igelfoto: NABU/Andreas Bobanac

Details

Veröffentlichungsdatum
19.02.2026
Petent/in
Antje Seebens-Hoyer
Status
in Beratung
Mitzeichnungs­frist abgelaufen
2589 Mitzeichner