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Keine Windkraft im Freiraum Wiedingharder Gotteskoog

Petition an den Schleswig-Holsteinischen Landtag
Die Bürgerinitiative „Freiraum erhalten – Wiedingharde /Gotteskoog“ wendet sich gegen die geplanten Windparks auf den Potenzialflächen 105 (Humptrup) sowie 108 und 110 (Neukirchen) im Landschaftsraum Gotteskoog. Wir bitten den Landtag, die planerischen Grundlagen zu prüfen und den Erhalt dieses bislang windkraftfreien Freiraumes sicherzustellen.
1.Schutz eines einmaligen Landschaftsraumes:
Der Gotteskoog ist eine historisch gewachsene, nahezu unzerschnittene Koog- und Marschlandschaft mit hoher landschaftsästhetischer Bedeutung, großer Erholungsfunktion und besonderem kulturhistorischem Wert. Bisher wurde dieser Raum bewusst frei von technischen Bauwerken gehalten. In der jüngeren Vergangenheit wurden vier WEA gezielt aus dem Raum durch Rückbau entfernt.
Die gleichzeitige Errichtung zweier Windparks mit insgesamt elf geplanten, ca. 200 m hohen Anlagen, würde diesen Freiraum dauerhaft und irreversibel verändern.
2. Artenschutzrechtliche Konflikte:
Die Flächen liegen im Umfeld des EU-Vogelschutzgebietes 1119-401, bestehend aus 7 Teilgebieten, in einem bedeutenden Zug- und Rastvogelkorridor sowie in Gebieten mit hoher Bedeutung für Wiesenvögel. Es bestehen Risiken durch Kollisionen, Scheuchwirkungen, Zerschneidung von Flugrouten und die Zerstörung wichtiger Lebensräume. Das Gebiet ist für viele Vogelarten Rast-, Schlaf- und Brutgebiet. Besonders kritisch ist die kumulative Wirkung beider Projekte, die bislang nicht ausreichend berücksichtigt erscheint.
3. Überlastung der Region Nordfriesland:
Nordfriesland zählt bereits heute mit ca. 870 WEA zu den am stärksten mit Windenergie belasteten Regionen Deutschlands. Der Gotteskoog übernimmt eine wichtige Ausgleichsfunktion innerhalb dieses hoch beanspruchten Raumes. Die geplanten zusätzlichen Anlagen würden eine weitere Verdichtung industrieller Energienutzung darstellen und die räumliche Lastenverteilung weiter verschärfen.
4. Bruch mit bisherigen Planungsgrundsätzen:
Die Bevölkerung durfte darauf vertrauen, dass der Gotteskoog kein Standort für großindustrielle Windparks wird. Die neue Ausweisung bricht mit diesem Leitbild, gefährdet die Akzeptanz der Energiewende und belastet das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in eine verlässliche staatliche Planung.
5: Wir bitten den Landtag:
1. Eine erneute landes- und regionalplanerische Bewertung dieser Flächen zu veranlassen.
2. Alle rechtlich zulässigen Instrumente zur Sicherung besonders sensibler Räume auszuschöpfen, damit es nicht zu einer schleichenden Industrialisierung der letzten Freiräume in NF kommt.
3. Prüfung und ggf. Einleitung von Schutzgebietsausweisungen.
4. Politische Positionierung zur gerechteren Verteilung der Lasten der Energiewende
in Schleswig-Holstein.