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Kirchenaustritt ohne Meldeadresse

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Sonstiges

Wortlaut der Petition:

Mit der Petition wird gefordert, daß ein Austritt aus der Kirche jedem Menschen offen steht, auch Menschen ohne festen Wohnsitz sowie Menschen, welche im Ausland leben. Diese Gruppen werden derzeit lediglich von der Kirche abgemeldet, ein Austritt ist ohne sogenannte Meldeadresse jedoch nicht möglich.

Begründung:

Der Austritt aus einer der großen Landeskirchen, welche ihre Mitglieder über staatliche Behörden wie dem Einwohner-Meldeamt verwalten, muß auch dann möglich sein, wenn jemand keine sogenannte Meldeadresse hat, also ohne festen Wohnsitz ist oder im Ausland lebt. Wer keinen festen Wohnsitz hat ist zwar in keiner Kirche angemeldet, auf der anderen Seite allerdings auch nicht ausgetreten. Die großen Landeskirchen, welche ihre Mitglieder über staatliche Behörden verwalten, unterscheiden an dieser Stelle zwischen aus der Kirche abgemeldet, bzw. aus der Kirche ausgetreten. Ohne sogenannte Meldeadresse ist es derzeit also nicht möglich, aus den großen Landeskirchen, welche zum Verwalten ihrer Mitglieder staatliche Behörden zur Rate ziehen, auszutreten. Dies kann nicht rechtens sein, da es grundsätzlich jedem Bürger offen stehen muß, wirklich aus der Kirche auszutreten. Ebenfalls möglich sein muß es jedem Bürger, bei Austritt auch Unterlagen aus der Kindheit löschen zu lassen, in der evangelischen Landeskirche also die Taufe sowie die Konfirmation, sowie in der katholischen Landeskirche also die Taufe sowie die Kommunion. Die Handlung der Taufe wird von den Eltern in der Regel in einem Alter vorgenommen, in welchem die Betroffenen noch keinerlei Möglichkeit haben, in eine solche Handlung einzuwilligen. Im Rahmen der Konfirmation oder auch Kommunion bestünde diese Möglichkeit mitunter, jedoch wird seitens der Eltern in der Regel genügend Druck ausgeübt, dies im Rahmen des Gruppenzwangs zu machen, wobei die Betroffenen ihr Recht auf Ablehnung nicht kennen. Es kann nicht sein, daß genau diese Daten trotz eines immer strengeren Datenschutz-Gesetzes nicht nur lebenslang, sondern sogar noch hunderte Jahre über den Tod hinaus erhalten bleiben, und beispielsweise von der EKHN (Evangelische Kirche Hessen-Nassau) 75 Jahre nach dem Tod auch völlig frei gegeben werden. Es muß jedem Menschen das Recht eingeräumt werden, Daten, welche während seiner Kindheit erhoben und gespeichert wurden, im Rahmen des Datenschutzes löschen zu lassen, gerade auch in Anbetracht des Datenschutzes. Am härtesten sind hier Inhaber von TsG-Beschlüssen oder auch § 45 b PstG-Beschlüssen betroffen, da die Daten in diesem Falle sowieso nicht mehr stimmen, und Korrekturen lediglich mittels Randvermerk möglich sind, was längere Zeit nach dem Tod der Betroffenen weiterhin zur Entwürdigung führt. Zusammenfassend ist also zum einen grundsätzlich jedem Menschen das Recht auf Austritt aus der Kirche einzuräumen, und zum anderen muß es jedem Menschen möglich sein, Handlungen, welche in seiner Kindheit vorgenommen wurden, löschen zu lassen und die Daten der Kirche zu diesen Zwecken den üblichen Datenschutz-Gesetzen zu unterstellen, was laut Auskunft der Kirchen derzeit nicht der Fall sei, was jedoch in keiner Weise nachvollziehbar ist. Datenschutz-Gesetze müssen auch für Kirchen gelten.

Details

Veröffentlichungsdatum
22.01.2024
Petent/in
Dunja Ronja Paulus
Status
in Mitzeichnung
12
Tage
3 Mitzeichner, noch 1.997 bis
Quorum
Mitzeichnungen
Kirchenaustritt ohne Meldeadresse
  • 1. Linus Krüger, Plön
  • 2. Rita Bruns, Norderstedt
  • 3. Scarlett Hurna, Halstenbek