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Verbindliche Schulaufklärung: Pornografie, Einvernehmlichkeit und Gewaltprävention

Sehr geehrte Mitglieder des Petitionsausschusses,
ich bitte den Schleswig-Holsteinischen Landtag, an allen weiterführenden Schulen verbindliche, altersgerechte und wissenschaftlich fundierte Aufklärung über Pornografie, Einvernehmlichkeit, Gleichberechtigung und persönliche Grenzen sicherzustellen.
Meine Forderungen:
1. Verbindliche Unterrichtsinhalte: Pornografische Inszenierungen müssen kritisch eingeordnet werden. Unrealistische Erwartungen, frauenfeindliche Rollenbilder und Darstellungen von Erniedrigung, Zwang und Gewalt müssen thematisiert werden. Die Umsetzung darf nicht vom Engagement einzelner Lehrkräfte abhängen.
2. Einvernehmlichkeit und Grenzen: Zustimmung muss freiwillig, ohne Druck und jederzeit widerrufbar sein. Schweigen oder fehlender Widerstand sind keine Zustimmung. Auch in Beziehungen besteht kein Anspruch auf sexuelle Handlungen.
3. Prävention und Hilfe: Jugendliche müssen sexuellen Druck, Manipulation und digitale Übergriffe erkennen können. Dazu gehören sexualisierte Belästigung und das unerlaubte Weitergeben intimer Bilder. Vertrauliche Hilfsangebote müssen bekannt und erreichbar sein.
4. Qualifiziertes Personal: Lehrkräfte und Schulsozialarbeit benötigen Fortbildungen, geprüfte Materialien und klare Handlungsmöglichkeiten bei Übergriffen. Fachberatungsstellen sollen dauerhaft eingebunden werden.
5. Verlässliche Ressourcen: Schulen brauchen Zeit, Personal und Finanzierung. Ergänzend sind Elterninformationen und niedrigschwellige Jugendberatung notwendig.
6. Überprüfung: Die Landesregierung soll bestehende Vorgaben, Schutzlücken und die tatsächliche Umsetzung offenlegen sowie die Wirksamkeit regelmäßig überprüfen.
Begründung:
Kinder und Jugendliche werden zunehmend ohne Wissen ihrer Eltern mit Pornografie konfrontiert, bevor sie diese kritisch einordnen können. Darstellungen, die Erniedrigung, Zwang oder Gewalt als normal erscheinen lassen, können ihre Vorstellungen von Sexualität und Beziehungen prägen.
Studien zeigen Zusammenhänge zwischen gewalthaltigen beziehungsweise frauenfeindlichen Medieninhalten und problematischen Einstellungen sowie sexueller Aggression. Nicht jeder Konsum führt zu Gewalt; die Risiken erfordern dennoch Prävention.
Mädchen dürfen nicht erwarten müssen, Schmerzen oder unerwünschte Handlungen hinzunehmen. Jungen brauchen kritische Orientierung gegenüber Dominanz und sexueller Anspruchshaltung. Alle Jugendlichen müssen Grenzen achten lernen.
Aufklärung darf nicht allein vom Elternhaus abhängen.
Ich fordere deshalb, den Schutz vor sexualisierter Gewalt und die Förderung sexueller Selbstbestimmung verbindlich im Schulalltag zu verankern.