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Verpflichtendes veganes Wahlangebot in öffentlichen Einrichtungen

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Der Landtag möge beschließen, die Landesregierung aufzufordern,
1. einen Gesetzentwurf vorzulegen und/oder geeignete förder- und verwaltungspolitische Maßnahmen zu ergreifen, mit dem Ziel, dass in allen öffentlich verantworteten Gemeinschaftsverpflegungen – insbesondere in Schulen, Kindertagesstätten, Hochschulmensen, Behördenkantinen und anderen öffentlichen Einrichtungen – mindestens eine vollwertige vegane Mahlzeit als tägliche Wahloption verpflichtend angeboten wird, und
2. auf eine Umsetzung hinzuwirken, die sich an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur gesunden und nachhaltigen Ernährung orientiert, insbesondere an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Begründung
1. Gleichberechtigte Teilhabe und Diskriminierungsfreiheit
Der EGMR hat in G.K. und A.S. gegen die Schweiz (Urt. v. 16.07.2026, Beschwerde-Nr. 55299/20 und 31515/22) erstmals anerkannt, dass ein auf ernsthaften und kohärenten ethischen Überzeugungen beruhender Veganismus in den Schutzbereich der Gedanken- und Gewissensfreiheit nach Art. 9 EMRK fallen kann.
Der Veganismus wird von vielen Menschen als ethische Weltanschauung gelebt. Eine Gemeinschaftsverpflegung, die nur Mischkost oder allenfalls vegetarische Angebote vorsieht, erschwert diesen Personen – einschließlich Kindern und Jugendlichen in Schulen und Kitas – die gleichberechtigte Teilnahme an der Verpflegung und kann faktisch zu Ausgrenzung führen.
Ein verpflichtendes veganes Wahlangebot würde:
• keine Person in ihren Ernährungsgewohnheiten beschränken, da weiterhin auch nicht vegane Optionen bestehen können,
• zugleich aber vegane und aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen auf bestimmte Lebensmittel verzichtende Personen einbeziehen und diskriminierungsfreie Teilhabe ermöglichen.
2. Gesundheitliche Gründe
Aktuelle Studien und Stellungnahmen zeigen, dass eine gut geplante, pflanzenbetonte bzw. vegane Ernährung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gesundheitlich geeignet ist und mit relevanten Vorteilen verbunden sein kann, u.a. durch höhere Ballaststoffzufuhr, geringere Aufnahme gesättigter Fettsäuren, mehr Vitamine und ein günstigeres Risikoprofil für nichtübertragbare Krankheiten wie Typ 2 Diabetes und Herz Kreislauf-Erkrankungen. Die VeChi Youth Studie im 14. DGE Ernährungsbericht zeigt, dass sich Kinder und Jugendliche bei veganer, vegetarischer und omnivorer Ernährung überwiegend ausreichend mit Hauptnährstoffen und den meisten Vitaminen und Mineralstoffen versorgen, wenn auf kritische Nährstoffe wie Vitamin B12, Jod und Calcium geachtet wird. Die DGE hat in ihrer aktuellen Neubewertung 2024 festgestellt, dass eine vegane Ernährung für gesunde Erwachsene – bei Vitamin B12 Supplementation, guter Planung und Berücksichtigung potenziell kritischer Nährstoffe – eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise darstellen kann

Details

Veröffentlichungsdatum
01.09.2026
Petent/in
Nadine Hieß
Status
in Mitzeichnung
40
Tage
28 Mitzeichner, noch 1.972 bis
Quorum
Mitzeichnungen
Verpflichtendes veganes Wahlangebot in öffentlichen Einrichtungen
  • 1. Dima Abdulkarim, Köln
  • 2. Anja Petri, Bonn
  • 3. Kirstin Runge, Minden
  • 4. Suhra Rahmani , Wiesbaden
  • 5. Katrin Man, Köln
  • 6. Oskar Klöser, Kall
  • 7. Kathleen Schill, Köln
  • 8. Carolin Stehr, Glinde
  • 9. Bernhard Dr. Masloch, Kiel
  • 10. Mirzeta Dzaka, Wiesbaden
  • 11. Serena Sommer , Gersthofen
  • 12. Nadine Dominick, Overath
  • 13. Nicole Siemer, Lingen (ems)
  • 14. Andrea Lambrich, Wiesbaden
  • 15. Pauline Wilmsmeier, Berlin
  • 16. Nicole Skowronek, Großhansdorf
  • 17. Sylvia Göpner, Nordhausen
  • 18. Navina Boos, Hamburg
  • 19. Sina Wetzel, Werder / Havel
  • 20. Romina Horn, Aglasterhausen
  • 21. Angelika Schwab , Bechhofen
  • 22. Sabine Tress, Köln
  • 23. Franziska Brausam, Zimmern ob Rottweil
  • 24. Johanna Keller, Oer-Erkenschwick
  • 25. Verena Schorfmann, Ritterhude
  • 26. Mania Leveringhaus , Köln
  • 27. David Pfaff , Dillenburg
  • 28. Tanja John, Bergneustadt