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18. April 2018 – Umwelt- und Agrarausschuss

Plastik in der Schlei: Minister will Gesetzesänderung

Die unabsichtliche Einleitung von großen Mengen Plastik­schnipseln in die Schlei durch das Schleswiger Klärwerk ist vermutlich ein Einzel­fall. Dies kristallisierte sich im Umwelt­ausschuss heraus.

Plastikteilchen Verschmutzung Reinigungsschiff Schlei
Seit Mitte April ist ein Schiff mit einer Siebvorrichtung zur Reinigung der Schlei von Plastikpartikeln unterwegs. Foto: Landtag, Axel Heimken

In anderen Klärwerken sowie Biogasanlagen in Schleswig-Holstein sind nach Angaben von Umwelt­minister Robert Habeck (Grüne) keine weiteren ungewöhnlich großen Mengen an Plastikteilchen gefunden worden. Bei einer Überprüfung in Schleswig-Holstein sei nichts entdeckt worden, teilte der Minister den Ausschuss­mitgliedern mit.

Dennoch spricht sich Habeck für Änderungen in der Gesetzgebung aus, damit Bioabfall, der wieder­verwertet wird, zuvor von Verpackungen getrennt werden muss. Und auch eine generelle Vermeidung von Plastik hält er für sinnvoll. Er unterstützt eine EU-weite Plastiksteuer – wie von EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger angeregt. Dieser will eine solche prüfen lassen und hofft auf doppelten Nutzen: weniger Müll und Milliarden­einnahmen für den EU-Haushalt.

Die Plastik­teilchen, die aktuell in der Schlei zu finden sind, stammen aus geschredderten Speiseresten, die dem Faulschlamm zugemischt wurden, um Energie zu gewinnen. Die Zufuhr von Speise­resten zum Faulschlamm wurde inzwischen eingestellt. Seit Februar haben die Stadtwerke zudem die Annahme verunreinigter Speise­reste gestoppt. Die Stadtwerke reinigen die Schlei und die Uferbereiche systematisch. Ungefähr 150 Tonnen an organischer Substanz, an denen Kunststoff­partikel anhafteten, sind demnach mittlerweile entsorgt worden.