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16. Mai 2019 – Top 33: Brennpunktschulen

Perspektiv-Programm für Brennpunktschulen gestartet

Vorbild Rütli-Schule in Berlin-Neukölln: Auch in Schleswig-Holstein werden 20 Schulen in städtischen Problemvierteln besonders gefördert. Der Start sei überaus gut gelungen, sagt die Bildungsministerin.

Schule Unterricht Klasse Lehrer
Die Landesregierung vergibt einen Bildungsbonus für Brennpunktschulen. 20 Schulen stehen jetzt fest, die zum neuen Schuljahr Extra-Geld bekommen. Foto: dpa, Martin Schutt

Die ersten 20, neuerdings von der Landesregierung als Perspektivschulen bezeichneten Lernorte in sozialen Problemvierteln erhalten seit Monatsbeginn eine Förderung über den Bildungsbonus. Die betreffenden Schulen würden das nicht als Stigmatisierung ansehen, sondern „eher als Auszeichnung – und das erfreut mich sehr“, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) in einem von der Jamaika-Koalition geforderten mündlichen Bericht. Sie kündigte zudem die Teilnahme des Landes am Bundesprogramm „Schulen mit besonderen Herausforderungen“ an.

Ein wichtiger Baustein sei die Vernetzung der Schulen, auch Brennpunktschulen genannt, in ihren jeweiligen Quartieren, so Prien. Hierfür stehen extra Mittel zur Verfügung. Aber es gibt für die Teilnehmer auch ein Startpaket und ein sogenanntes „Back Office“ im Ministerium, das unterstützen soll. Das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) bietet zudem spezielle Programme, didaktisches Coaching und Fortbildungen an. Ermittelt wurden die ausgewählten Schulen vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) über einen Sozialindex, bei dem laut Prien unter anderem die Anzahl an Klassenwiederholungen und Schüler ohne Abschluss berücksichtigt wurden.

SPD kritisiert Befristungen

In drei Staffeln werden je 20 Schulen unterschiedlich hoch gefördert. So erhalten die Schulen der ersten Staffel rund 230.000 Euro pro Jahr, die weiteren Staffeln je 100.000 beziehungsweise 58.000 Euro. Die Schulen können das Geld weitgehend nach eigener Entscheidung ausgeben – also zum Beispiel für Förderprogramme oder Projekte, gegebenenfalls auch für mehr Lehrer. Die Schulen müssen mit dem Ministerium eine Zielvereinbarung treffen, was sie in den nächsten Jahren an Entwicklung erreichen wollen.

Während Redner der Jamaika-Koalition, von AfD und SSW von einem gelungenen Start sprachen, verteilte der schulpolitische Sprecher der SPD, Martin Habersaat, „vier Mal Lob und vier Mal Tadel“. Besonders störe ihn, dass die Landesregierung wie schon bei der Schulsozialarbeit „wieder nur mit befristeter Hilfe und mit befristeten Stellen“ arbeite. Damit fehle die Planungssicherheit, monierte er.

Weitere Redner:
Tobias Loose (CDU), Ines Strehlau (Grüne), Anita Klahn (FDP), Frank Brodehl (AfD), Jette Waldinger-Thiering (SSW)

Die Koalitionsfraktionen fordern Bildungsministerium Karin Prien (CDU) auf, im Plenum nähere Details zu den ersten 20 Schulen in Schleswig-Holstein zu geben, die als sogenannte Brennpunktschulen in den Genuss des Bildungsbonus kommen. Prien hatte bereits die neun Grund- und elf Gemeinschaftsschulen, die eine zusätzliche Förderung am dringendsten nötig haben, am 23. April öffentlich benannt. Die von der Landesregierung als „Perspektivschulen“ benannten Einrichtungen seien nach wissenschaftlichen Kriterien ausgesucht worden.

Die Schulen liegen in sozial benachteiligten Stadtteilen und erhalten vom nächsten Schuljahr 2019/20 an bis zum Schuljahr 2024/25 insgesamt 25,5 Millionen Euro zusätzliche Förderung – genannt „Bildungsbonus“. Weitere 40 Schulen sollen in den nächsten zwei Jahren identifiziert werden. Die Gesamtförderung wird bis 2024 insgesamt 50,3 Millionen Euro betragen. Kriterien für die Auswahl der ersten 20 Schulen waren unter anderem der Migrationshintergrund, Prüfungsergebnisse, die Quote der Sitzenbleiber und der Schüler ohne Abschluss.

Zielvereinbarung notwendig

Die drei Staffeln von je 20 Schulen werden unterschiedlich hoch gefördert. So erhalten die Schulen der ersten Staffel rund 230 000 Euro pro Jahr, die weiteren Staffeln je 100 000 beziehungsweise 58 000 Euro. Die Schulen können das Geld weitgehend nach eigener Entscheidung ausgeben – also zum Beispiel für Förderprogramme oder Projekte, gegebenenfalls auch für mehr Lehrer. Die Schulen müssen mit dem Ministerium eine Zielvereinbarung treffen, was sie in den nächsten Jahren an Entwicklung erreichen wollen.

Die ersten 20 Brennpunktschulen

GRUNDSCHULEN: Grundschule Bürgerschule Husum, Fröbelschule, Schule am Göteborgring, Hans-Christian-Andersen-Stadtteilschule, Schule am Heidenberger Teich (alle Kiel), Grundschule Rübekamp Pinneberg, Schule Mastbrook Rendsburg, Schule Ramsharde Flensburg, Vicelinschule Neumünster.

GEMEINSCHAFTSSCHULEN MIT GRUNDSCHULTEIL: Heinrich-Mann-Schule Lübeck, Julius-Leber-Schule Lübeck, Klaus-Groth-Schule, Max-Tau-Schule, Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule (alle Kiel).

GEMEINSCHAFTSSCHULEN: Comenius-Schule Flensburg, Gemeinschaftsschule am Brook Kiel, Leif-Eriksson-Gemeinschaftsschule Kiel, Schule Altstadt Rendsburg, Wilhelm-Tanck-Schule Neumünster.

GEMEINSCHAFTSSCHULE MIT OBERSTUFE: Bertha-von-Suttner-Schule Geesthacht.

(Stand: 13. Mai 2019)

Vorherige Debatte zum Thema:
Januar 2019

Antrag

Mündlicher Bericht zum Bildungsbonus an den Perspektivschulen in Schleswig-Holstein
Antrag der Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP – Drucksache 19/1452