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4. September 2019 – Ausstellung

„Rassendiagnose: Zigeuner“

Noch bis zum 29. September ist im Landeshaus eine Ausstellung zu sehen, die sich mit der Entrechtung und Ausgrenzung der Sinti und Roma zur Zeit des Zweiten Weltkrieges beschäftigt. Zur Eröffnungsveranstaltung erscheinen rund 160 Gäste.

Ausstellung Sinti und Roma
Gäste betrachten Fotos und Informations-Aussteller nach der Eröffnung der Veranstaltung im Landeshaus. Foto: Landtag, Rebecca Hollmann

Im August vor 75 Jahren wurden 2.900 Häftlinge des sogenannten „Zigeunerlagers“ in Auschwitz von den Nationalsozialisten ermordet. Die Wanderausstellung „Rassendiagnose: Zigeuner“: Der Völkermord an den Sinti und Roma und der lange Kampf um Anerkennung, eine Ausstellung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, die von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird, erinnert an die Opfer des Massenmordes. Sie behandelt die Themen Ausgrenzung und Entrechtung und veranschaulicht die Vernichtung der Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus sowie die Geschichte der Überlebenden im Nachkriegsdeutschland und ihre späte Anerkennung als NS-Opfer.

Die Ausstellung mit 24 Informations-Ausstellern und zwölf Info-Tischen hebt mit zahlreichen Fotos aus Privatbesitz einzelne Schicksale hinter den Zahlen der Opfer hervor und bietet einen umfassenden Überblick über die Geschichte sowie die aktuelle Situation der Sinti und Roma. Ein Hauptteil dokumentiert die Verfolgungsgeschichte im Deutschen Reich und in der NS-Zeit aus der Perspektive der Opfer und Überlebenden. Ein Kernelement bilden Privat- und Familienfotos, die den Holocaust überstanden haben. Zusätzlich wird ein Ausblick auf die Menschenrechtssituation der Sinti- und Roma-Minderheiten in Europa nach 1989 gegeben.

„Ausstellung geht unter die Haut“

Zur Eröffnung am Dienstagabend geladen hatten der Landtag sowie der schleswig-holsteinische Landesverband Deutscher Sinti und Roma. „Diese Ausstellung geht unter die Haut“, leitete Landtagsvizepräsidentin Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) die Eröffnungsrede im Plenarsaal ein. Die Opfer, denen unvorstellbares Grauen widerfahren sei, erhielten so einen Namen, sagte sie und fügte hinzu: „Ihr Schicksal mahnt uns, sie nie zu vergessen.“ Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, betonte, es solle in der Ausstellung nicht darum gehen, Schuld zuzuweisen. „Wir wollen nicht die ewigen Opfer sein, wir wollen das verteidigen, was wir uns nach dem Krieg aufgebaut haben. Einen demokratischen Rechtsstaat mit einer vorbildlichen Verfassung“, unterstrich Rose.

Dem Schutz von Minderheiten, worunter auch die Sinti und Roma fallen, kommt in Schleswig-Holstein eine große Bedeutung zu. Angesichts des Wiedererstarkens von Vorurteilen, Diskriminierung und Rassismus gegenüber Minderheiten, leistet die Ausstellung einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen sowie zur politischen Bildung. Der Schleswig-Holsteinische Landtag hatte als erstes Landesparlament am 14. November 2012 den besonderen Schutz der deutschen Sinti und Roma in einem Bundesland beschlossen und einmütig in die Landesverfassung aufgenommen.

Bis zum 29. September 2019 kann die Wanderausstellung aus Heidelberg täglich – auch am Wochenende - im Landehaus von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr kostenfrei besichtigt werden. Ein Personalausweis ist erforderlich.