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13. September 2019 – Altenparlament

Senioren fordern Maßnahmen gegen Einsamkeit

Unter dem Motto „Strategien gegen Einsamkeit im Alter“ hat das Altenparlament einen umfangreichen Forderungskatalog formuliert. Dabei standen unter anderem Wohngemeinschaften im Fokus, über die auch Gastredner Henning Scherf berichtete.

Altenparlament 2019 Gruppenbild
Das Altenparlament im Plenarsaal Foto: Landtag, Regina Baltschun

Die 84 Senioren des diesjährigen Altenparlaments rufen die Landespolitik dazu auf, beim Wohnungsbau die Interessen älterer Menschen stärker in den Blick zu nehmen. Neubauten sollen nicht nur barrierefrei sein, sondern sich auch für generationenübergreifende Wohngemeinschaften eignen. Ärzte, Läden sowie Bus und Bahn sollen zu Fuß erreichbar sein.

Bereits zum 31. Mal kamen die Vertreter von Sozialverbänden, Seniorenräten, Gewerkschaften und Parteien im Landtag zusammen. Sie fordern die Landesregierung auf, nach britischem Muster einen „Beauftragten gegen Einsamkeit“ zu berufen – denn das Problem betreffe eine stetig wachsende Zahl älterer Menschen. Nach dem Vorbild der früheren Gemeindeschwestern sollen „Quartiersbetreuer“ ältere Menschen regelmäßig besuchen und sie im Dickicht der Hilfsangebote beraten.   

Altenparlament Schlie
Landtagspräsident Schlie begrüßt die Teilnehmer des Altenparlaments. Foto: Landtag, Regina Baltschun

Scherf: „Mit Freunden alt werden, ist wunderbar“

Weitere Punkte: Die Altenparlamentarier fordern landesweit barrierefreie Bahnsteige und Bushaltestellen. Die Landesregierung soll strenger gegen Zweckentfremdung, Leerstand und Verwahrlosung von Wohnraum vorgehen. Wer Angehörige zu Hause pflegt, soll einen staatlichen Zuschuss erhalten, und Renten sollen grundsätzlich steuerfrei sein. Die knapp 40 Beschlüsse gehen nun an die Fraktionen des Landtages, die Landesregierung sowie die schleswig-holsteinischen Abgeordneten in Bundestag und Europaparlament. Deren Stellungnahmen bilden dann die Grundlage einer Abschlussdebatte, die für Ende Februar 2020 geplant ist.

Landtagspräsident Klaus Schlie betonte zum Auftakt die Bedeutung des Altenparlaments für die Landespolitik: „Wir freuen uns sehr, dass Sie wieder die Themen behandeln, die Senioren beschäftigen, damit wir diese Dinge in den Fokus nehmen können.“ Gastredner war der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf. Der SPD-Politiker, der selbst seit 30 Jahren in einer Wohngemeinschaft lebt, stellte das gemeinsame Wohnen als bestes Mittel gegen Einsamkeit im Alter heraus: „Mit Freunden zusammen alt zu werden, ist wunderbar. “

Altenparlament Scherf Rednerpult
Der ehemalige Bremer Bürgermeister Henning Scherf spricht in seinem Gastbeitrag über Einsamkeit im Alter. Foto: Landtag, Regina Baltschun

Zur Pressemitteilung mit den Beschlüssen des Altenparlaments geht's hier.