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29. November 2019 – Bildungsausschuss

Schulstart am Sonnabend? – „Alles ist denkbar“

Schleswig-Holsteins ABC-Schützen kommen üblicherweise an einem Mittwoch zur Schule – am dritten Tag eines neuen Schuljahres. Das könnte sich ändern. Der Bildungsausschuss will eine Anhörung.

Schule Einschulung Illustration
Auf dem Weg zur feierlichen Einschulung in einer Grundschule. Foto: dpa, Bernd Wüstneck

Die Bildungsexperten der Landtagsfraktionen überlegen, ob der erste Schultag auf einen Sonnabend verlegt werden sollte. Derzeit kommen Schleswig-Holsteins ABC-Schützen üblicherweise an einem Mittwoch zur Schule, Das ist jeweils der dritte Tag eines neuen Schuljahres. Experten und Betroffene sollen jetzt in einer schriftlichen Anhörung zu Wort kommen – so der gestrige Beschluss des Bildungsausschusses.

Eine Mutter aus Uetersen (Kreis Pinneberg) hatte die Diskussion mit einem Brief an den Ausschuss angestoßen. Es sei der Wunsch vieler Eltern, aus der Einschulung ein Familienfest zu machen, so die Mutter. Das sei an einem Mittwochvormittag jedoch schwer möglich. Der SPD-Abgeordnete Martin Habersaat, der das Thema auf die Tagesordnung gesetzt hatte, hielt den Wunsch für „nachvollziehbar“. Aber: „Man muss beide Seiten sehen.“ Denn für die Lehrer würde der Sprung auf den Sonnabend einen Extra-Arbeitstag am Wochenende bedeuten.

Diskussion um Mehrarbeit für Lehrer

Hinzu kommt: Welcher Sonnabend soll es sein? Eine Einschulung am letzten Sonnabend der Ferien würde die Erholungszeit der Lehrer verkürzen. Bei einer Einschulung am ersten Sonnabend nach den Ferien wiederum gingen zwei Unterrichtstage verloren – und die Kinder müssten zu Hause betreut werden. „Da spielen die Eltern nicht mit“, gab Frank Brodehl (AfD) zu bedenken. Jette Waldinger-Thiering (SSW) wies darauf hin, dass auch Hausmeister und Reinigungskräfte am Wochenende zum Dienst antreten müssten. Für diese Überstunden müsse das Land den Beschäftigten etwas „anbieten“, forderte sie. „Es wird schwer sein, eine Lösung zu finden, die allen gefällt“, schlussfolgerte Tobias von der Heide (CDU).

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) warf den Blick in andere Bundesländer. So sitzen die Kinder in Mecklenburg-Vorpommern traditionell am Sonnabend vor einem neuen Schuljahr zum ersten Mal auf der Schulbank. In Niedersachsen wiederum ist es der Sonnabend danach. Und in Rheinland-Pfalz gibt es gar keine landesweite Regelung. „Alles ist denkbar“, so die Ministerin. Im August hat im nördlichsten Bundesland für 22.400 Erstklässler der Schulalltag begonnen.