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15. November 2019 – November-Plenum

Provinzial: Landtag kämpft um Arbeitsplätze

Wie sich die geplante Fusion der Provinzial NordWest und Provinzial Rheinland auf den Standort in Kiel auswirken wird, ist ungewiss. Der Landtag setzt sich für den Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze ein.

Kiel Luftbild Illustration
Landtag einig: Kiel soll Provinzial-Standort mit vielen Schreibtischen bleiben. Foto: dpa, Carsten Rehder

Einigkeit im Landtag: Alle Fraktionen unterstützen geschlossen einen interfraktionellen Antrag für den Erhalt von rund 1000 Provinzial-Arbeitsplätzen in Kiel. Hintergrund ist die geplante Fusion der zur Sparkassenfinanzgruppe gehörenden Provinzial NordWest mit der Provinzial Rheinland. Hierfür möge sich die Landesregierung einsetzen. „Eine Fusion darf nicht einseitig auf dem Rücken der Arbeitnehmer in Schleswig-Holstein ausgetragen werden“, stellte der CDU-Fraktionsvorsitzende Tobias Koch klar. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) gab in der Debatte bekannt: „Der Sitz bleibt Kiel. Das ist in den Verträgen festgeschrieben.“

Alle sieben Anteilseigner der Provinzial Rheinland Versicherungen (Düsseldorf) und des Provinzial NordWest Konzerns (Münster) hatten vor einem Jahr die Inhalte einer schriftlichen Absichtserklärung für die Fusion gebilligt. Durch eine Verschmelzung der beiden Häuser entstünde der größte öffentliche Sach- und Lebensversicherer mit einem Beitragsvolumen von fast sechs Milliarden Euro. Zusammen haben beide Unternehmen mehr als 5000 Mitarbeiter, darunter etwa 1000 in Schleswig-Holstein. Ursprünglich war die Fusion bereits zum 1. Januar 2019 angestrebt worden.

Weitere Stimmen aus dem Plenum:

Ralf Stegner (SPD):
Die Mitarbeiter dürfen nicht die Zeche zahlen. Der Landtag steht hinter den Mitarbeitern und dem öffentlichen Auftrag zur Daseinsfürsorge.

Joschka Knuth (Grüne):
Synergieeffekte bedeuten oft Stellenkürzungen oder Stellenverlagerungen. Wir sollten darauf hinwirken, dass die Arbeitsplätze in unserem Land erhalten bleiben.

Kay Richert (FDP):
Es geht um die vielen fleißigen Menschen, die arbeiten, um Menschen in Notlagen zu helfen. Nun sieht es so aus, als ob diese Menschen selbst Hilfe gebrauchen können. Da stehen wir hinter ihnen.

Volker Schnurrbusch (AfD):
Wir würden es begrüßen, wenn das Signal die Mitarbeiter erreicht.

Flemming Meyer (SSW):
Die Provinzial ist keine x-beliebige Versicherung. Marktaktivität, Gemeinwohlverpflichtung und Daseinsfürsorge gehen hier Hand in Hand. Der Standort Kiel muss erhalten bleiben.

Die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen, FDP und SSW sorgen sich um Arbeitsplätze bei der Provinzial NordWest und fordern in einem gemeinsamen Antrag den Erhalt des Standortes Kiel. Hintergrund ist die angestrebte Fusion der zur Sparkassenfinanzgruppe gehörenden Versicherungen Provinzial NordWest und der Provinzial Rheinland.

Ursprünglich war eine Fusion bereits zum 1. Januar 2019 angestrebt worden. Ein Sprecher der Provinzial Nordwest sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die Fusion habe sich vor allem wegen der forcierten Negativzinsen auf den Kapitalmärkten und des dadurch verlängerten Wertermittlungsverfahrens verzögert. Eine Fusion sei 2019 nicht mehr möglich, sondern frühestens im nächsten Jahr, wenn die betriebswirtschaftlichen Bewertungen der Unternehmen vorgenommen worden seien.

Etwa 1000 Mitarbeiter in Schleswig-Holstein

Alle sieben Anteilseigner der Provinzial Rheinland Versicherungen (Düsseldorf) und des Provinzial NordWest Konzerns (Münster) hatten vor einem Jahr die Inhalte einer schriftlichen Absichtserklärung für die Fusion gebilligt. Durch eine Fusion der beiden Häuser entstünde der größte öffentliche Sach- und Lebensversicherer mit einem Beitragsvolumen von fast sechs Milliarden Euro. Zusammen haben beide Unternehmen mehr als 5000 Mitarbeiter, darunter etwa 1000 in Schleswig-Holstein.

(Stand: 11. November 2019)

Antrag

Schleswig-Holstein steht hinter der Provinzial!
Antrag der Fraktionen von CDU, SPD, B´90/Die Grünen, FDP und der Abg. des SSW – Drucksache 19/1797