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13. Februar 2020 – Deutsch-dänisches Grenzjubiläum

Standing Ovations bei „Amphibien“-Premiere

Begeisterte Zuschauer spenden minutenlangen Applaus: Die Premiere der szenischen Lesung „Amphibien – Ein deutsch-dänisches Abstimmungsschauspiel“ im vollbesetzten Schleswig-Holstein-Saal am Donnerstagabend ist ein voller Erfolg.

Schauspiel Theaterstück Amphibien
Vor 200 Zuschauern feiert „Amphibien“ seine Premiere. Zu sehen ist eine Szene, die im 19. Jahrhundert spielt. Foto: Landtag, Yvonne Windel

Minutenlangen Applaus und Standing Ovations gab es am Donnerstagabend im Schleswig-Holstein-Saal des Landeshauses. Hier feierte die szenische Lesung „Amphibien – Ein deutsch-dänisches Abstimmungsschauspiel“ vor 200 begeisterten Zuschauern Premiere. Das Stück, das von Jugendlichen inszeniert wird, ist das Leuchtturmprojekt des Landtages anlässlich der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Volksabstimmungen über den Verlauf der Grenze zwischen Deutschland und Dänemark.

„Diese einzigartige, fulminante, großartige, professionelle Darstellung zeigt sehr eindrücklich: Es darf nur ein geeintes, zukunftsgerichtetes, ohne Nationalismus auskommendes Europa geben. Und dazu ist dieses Stück ein sensationeller Beitrag“, sagte Landtagspräsident Klaus Schlie nach der Uraufführung der „Amphibien“. Bereits vorab hatte er allen Beteiligten auf und hinter der Bühne für ihr „außerordentliches Engagement“ gedankt: den Schülern des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) und ihrem Projektleiter Jürgen Schultze sowie den Studierenden und Lehrenden der Europa-Universität Flensburg (EUF). Sie alle haben das Stück – basierend auf dem Roman „Riß durchs Festland“ von Uwe Pörksen – gemeinsam auf die Bühne gebracht.

Entstehungsgeschichte der Minderheiten

Das Buch schildert, wie der „Bazillus des Nationalismus“ den Alltag der Menschen im damaligen Herzogtum Schleswig zu prägen begann. Der Autor selbst war ebenfalls im Publikum anwesend. Das Theaterstück bleibt, anders als die Vorlage, nicht im Jahr 1930 stehen: Frei nach dem Roman und mit Hilfe historischer Quellen entwickelten die Schüler eine Handlung, die den Bogen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart spannt. Dabei wollen sie vor allem die lange Entstehungsgeschichte hinter den Minderheiten in Deutschland und Dänemark erklären. Eine Szene spielt in einer deutsch-dänischen Studenten-WG in der heutigen Zeit, in einer anderen reisen die Schüler zurück ins 19. Jahrhundert, als es um die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark zwei Kriege gab.

„Die szenische Lesung sensibilisiert für die Gefahr von politischen, historischen und moralischen Fehlentwicklungen“, lobte Schlie. Sie zeige, dass die Identität der Grenzlandbewohner – mochten sie deutsch oder dänisch gesinnt sein – nicht ein „entweder – oder“, sondern ein „sowohl – als auch“ sei. Die von den Schülern gefundene Analogie zu den Amphibien, die im Wasser und an Land zu Hause seien, erkläre sehr eindrücklich, dass die Grenzlandbewohner ihre Identität als losgelöst von den Grenzen empfänden. „Damit hat dieses Stück eine ganz aktuelle europäische Dimension“, so der Landtagspräsident.

„Amphibien“ auf Tournee

Die Lesung am Abend läutete die Tournee des Stückes in den kommenden Wochen ein. „Amphibien – ein deutsch-dänisches Abstimmungsschauspiel“ wird nun noch in weiteren Städten zu sehen sein: in Eckernförde (20. Februar, St.-Nicolai-Kirche), Schleswig (27. Februar, A.P. Møller Skolen), Flensburg (5. März, Auguste-Viktoria-Schule) und Apenrade (12. März, Deutsches Gymnasium für Nordschleswig). Die Aufführungen beginnen jeweils um 19 Uhr, der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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