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13. August 2020 – Corona-Bericht im Sozialausschuss

Garg beklagt „schleichend verbreitete Sorglosigkeit“

In Schleswig-Holstein wird alles getan, um die Verbreitung des Corona-Virus weiter einzudämmen. Dies versicherte Gesundheitsminister Garg im Sozialausschuss. Eine Testungs-Panne wie in Bayern könne hierzulande ausgeschlossen werden.

Ostseestrand Sommer 2020 Travemünde Corona illustration
Urlauber und Tagesgäste verbringen bei strahlendem Sonnenschein und heißen Temperaturen den Tag am Strand von Travemünde. Garg ruft dazu auf, trotzdem Umsicht zu wahren. Foto: dpa, Cristian Charisius

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) hat heute dazu aufgerufen, in Zeiten der andauernden Corona-Pandemie weiterhin „Disziplin, Gemeinsinn und wechselseitige Rücksichtnahme“ walten zu lassen. Verantwortlich für die gegenwärtig steigenden Infektionszahlen mit dem Covid-19-Virus seien nicht ausschließlich die Reisetätigkeit ins Ausland und die allgemein gestiegene Mobilität in den Urlaubsmonaten, sondern „eine schleichend verbreitete Sorglosigkeit bei vielen Menschen“. Dies sagte der Minister in der heutigen Sitzung des Sozialausschusses im Landtag.

Zugleich machte Garg deutlich, dass in Schleswig-Holstein ähnliche Vorkommnisse bei Testungen wie in Bayern nahezu auszuschließen seien. Gestern war bekannt geworden, dass rund 900 getestete Menschen nicht über ihre Infektionen zeitnah informiert worden sind. „Das ist das Ergebnis anlassloser Verdachtskontrollen, die man mit Macht durchdrückt“, sagt Garg. Sinnvoller seien gezielte, anlassbezogene Kontrollen, die flexibel bei gehäuften lokalen Ausbrüchen durchgeführt werden. Zudem gebe es in Schleswig-Holstein eine bessere Logistik, unter anderem durch klare Codierungen der Proben. Zwar könnten einzelne Pannen auch hier vorkommen, aber nicht in so massenhaftem Rahmen, so der Minister. „In Schleswig-Holstein gibt es kein strukturelles Problem.“

In Schleswig-Holstein wurden mehr als 10.000 Reiserückkehrer (Stand 12. August) an festen Teststandorten in Kiel, Lübeck, Flensburg, Puttgarden und Neumünster getestet. Von diesen seien laut Gesundheitsministerium 17 positiv gewesen. Die Labore, die Kassenärztliche Vereinigung und auch die Gesundheitsämter arbeiteten kontinuierlich daran, das Verfahren zu verbessern, sagte Garg im Ausschuss. Man befinde sich in einem engen fachlichen Austausch,

Situation „rückverfolgbar, beherrschbar und eingrenzbar“

Bei der Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-Virus steht laut Garg gegenwärtig der Umgang mit Reiserückkehrern im Fokus. Weitere Probleme gebe es durch die Teilnahme an Großveranstaltung wie Beerdigungen oder Hochzeiten. Teilweise würden die Feiern sogar ins Ausland verlegt, um größere Freiräume nutzen zu können. Hier appellierte der Minister ausdrücklich an die Vernunft jedes Einzelnen, sich verantwortungsvoll zu verhalten. Die Ahndung von Verstößen mit Bußgeldern begrüßte er.

Grundsätzlich seien die Infektionszahlen im bundesdeutschen Vergleich in Schleswig-Holstein weiterhin auf relativ niedrigem Niveau. Die Situation sei „rückverfolgbar, beherrschbar und eingrenzbar“, so Garg. Dies hätte der Umgang mit größeren Ausbrüchen in Altenheimen, in Schlachthöfen oder in Dithmarschen, wo jüngst der regionale Corona-Grenzwert fast erreicht worden war, gezeigt.

Corona-Infektionen so hoch wie Mitte April

In Schleswig-Holstein ist gestern der höchste Stand an Corona-Neuinfektionen seit rund vier Monaten registriert worden. Innerhalb eines Tages habe sich die Zahl um 55 Fälle auf 3675 erhöht, teilte die Landesregierung auf ihrer Homepage mit Stand Dienstagabend mit. Zuletzt hatte es nach Angaben des Gesundheitsministeriumsam 13. April mit 98 gemeldeten Infizierten mehr neue Corona-Fälle gegeben. Wie viele aller Corona-Infizierten in Schleswig-Holstein Reiserückkehrer sind, erfasst das Gesundheitsministerium in Kiel nicht.