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28. August 2020 – August-Plenum

Weiterbildung ist ein Ladenhüter

Obwohl es immer mehr Angebote gibt, nehmen immer weniger Schleswig-Holsteiner an beruflichen Bildungs- und Qualifizierungskursen teil. Das Arbeitsministerium fordert Arbeitgeber auf, sich für Weiterbildungskultur stärker zu öffnen.

Weiterbildung Bildungsurlaub Kalender
Nur sehr wenige Schleswig-Holsteiner nehmen ihren rechtmäßigen Anspruch auf fünf Tage Bildungsfreistellung wahr. Foto: dpa, Daniel Naupold

Ohne Aussprache hat der Landtag den Weiterbildungsbericht der Landesregierung an die Ausschüsse für Bildung und Wirtschaft überstellt. Die Abgeordneten verzichteten auf die geplante Aussprache in dieser Tagung.

Kaum ein Schleswig-Holsteiner nimmt seinen im Weiterbildungsgesetz verankerten rechtlichen Anspruch auf Bildungsurlaub wahr. Von rund 1,06 Millionen Anspruchsberechtigten im Jahr 2019 nutzten das Angebot gerade einmal 0,68 Prozent. Im Vergleich zu den Jahren 2017 und 2018 sank die ohnehin geringe Quote damit noch einmal um 0,04 Prozent-Punkte. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Wirtschafts- und Arbeitsministerium vorlegt.

Bei einer Betrachtung der Teilnahmequote innerhalb eines Zeitraumes von zehn Jahren zeigt sich seit 2010 eine durchschnittliche Teilnahmequote von rund 0,75 Prozent. Damit unterschritt auch der im Jahr 2019 erreichte Wert erneut die durchschnittliche Teilnahmequote der letzten zehn Jahre. Die Zahl der Anspruchsberechtigten nimmt hingegen seit 2010 konstant zu.

Pädagogik und Psychologie beliebt

Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr knapp 3.850 Frauen und 3.400 Männer ihren Anspruch auf Bildungsfreistellung wahr. Am meisten interessierten sich die Menschen zuletzt für Angebote aus dem Bereich Pädagogik/Psychologie. Es folgte der Bereich der Sprachen, der in den Vorjahren die höchsten Zahlen aufwies. An dritter Position rangiert seit Jahren das Themengebiet Gesundheitswesen/Medizin. Insgesamt wurden 2.3000 Seminare als Bildungsfreistellungsveranstaltung anerkannt.

Die über 70 Berufsbildungsstätten im Land erhielten 2019 mehr als eine halbe Million Euro an Landesmitteln. 2017 waren es nur gut 40.000 Euro. Das Ministerium weist darauf hin, dass das Beratungsnetz Weiterbildung zielgenau über Qualifizierungsmöglichkeiten in Bildung und Beruf berät und dabei hilft, sich in der Vielfalt der Angebote zu orientieren, „eigene bildungsbezogene Entscheidungen zu treffen und Zukunftsoptionen zu entwickeln und zu bestimmen“. Daneben gibt es das Kurs- und das Weiterbildungsportal Schleswig-Holstein. Hier gab es zuletzt steigende Zugriffszahlen.

Das Land unterstützt die berufliche Weiterbildung mit dem Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein. Dafür stehen im Rahmen des Landesprogramms Arbeit Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie steige der Bedarf an Online-Informationen, heißt es im Bericht.

(Stand: 24. August 2020)

Bericht der Landesregierung

... über die Durchführung des schleswig-holsteinischen Weiterbildungsgesetzes nach § 25 Weiterbildungsgesetz Schleswig-Holstein
Bericht der Landesregierung – Drucksache 19/2315
(Federführend ist das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus)