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18. September 2020 – 32. Altenparlament

Senioren pochen auf „Grund­bedürfnisse“ und mehr digitale Angebote

Mehr digitale Kompetenz für mehr Teilhabe älterer Menschen – das ist besonders in Zeiten von Corona wichtig, stellt das diesjährige Altenparlament fest. Der Forderungskatalog, den die 42 Delegierten erarbeitet haben, geht nun an die Politik.

Altenparlament 2020 Plenarsaal
Auch das Seniorenparlament tagt in diesem Jahr unter besonderen Bedingungen. Foto: Landtag, Lea Meyer

Der Corona-Lockdown hat viele Senioren stark betroffen. Alleinstehende und Heimbewohner litten oft unter Einsamkeit. Das schleswig-holsteinische Altenparlament sieht deswegen dringenden politischen Handlungsbedarf. „Die Grundbedürfnisse nach Bewegung und sozialen Kontakten sind bei künftigen Pandemieplanungen angemessen zu berücksichtigen“, heißt es in dem Abschlusspapier. Außerdem forderten die 42 Vertreter von Sozialverbänden, Seniorenräten, Gewerkschaften und Parteien am Freitag in Kiel eine Digitalisierungsoffensive.

Wohn- und Pflegeheime sollen grundsätzlich mit WLAN und ausreichend Computern ausgestattet werden, und die Bewohner sollen im Umgang mit der Technik geschult werden. Insgesamt müsse das Land dafür sorgen, dass Senioren „im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung nicht den Anschluss verlieren“. Digitale Kompetenz fördere die „Teilhabe älterer Menschen an der Gesellschaft“. Die Technik müsse „möglichst barrierearm“ sein, fordert das Altenparlament. Web-Seiten, PCs und Smartphones müssten „visuell und funktional auch für die ältere Generation gestaltet“ werden.   

Seniorenparlament tagt coronabedingt mit halber Stärke

Darüber hinaus regt das Altenparlament Modellprojekte für generationsübergreifende Wohngemeinschaften sowie den Bau weiterer Sozialwohnungen an. „Systemrelevante“ Berufe in der Alten- und Krankenpflege sollen besser bezahlt werden. Und: Auf dem Land soll die Gemeindeschwester reaktiviert werden. Es war bereits das 32. Senioren-Treffen im Landtag. In diesem Jahr nahmen wegen Corona nur halb so viele Delegierte teil wie sonst üblich. 34 Anträge gehen nun an die Fraktionen des Landtages, die Landesregierung und die Bundestagsabgeordneten aus dem Norden.

Der Erfahrungsaustausch sei dieses Mal besonders wichtig, sagte Landtagspräsident Klaus Schlie zum Auftakt. Corona habe gezeigt, dass die Politik auf die Hilfe und die Ratschläge der älteren Generation angewiesen sei. Gastredner war der Berliner Gerontologe Prof. Rainer Fretschner, der vor einem wachsenden Generationenkonflikt warnte. Die Politik müsse die Interessen von Jung und Alt gleichermaßen berücksichtigen, mahnte er. So müsse die „Altenwohlgefährdung“ in vielen Heimen bekämpft werden, ohne die jüngere Generation finanziell übermäßig zu belasten.