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2. September 2021 – Niederdeutsch

Von Schafen bis Schiller: Emmi geht an kreative Platt-Projekte

Zum siebten Mal haben Landtag, Bildungsministerium und Heimatbund die Emmi verliehen – den Oscar für Niederdeutsch. Die Gewinner haben Filme, Hörspiele und Forschungsarbeiten auf Platt oder zum Thema Platt eingereicht.

Emmi Preisträger 2021
Die diesjährigen Preisträger mit Landtagsvizepräsidentin Annabell Krämer (l.) auf der Wiese vor dem Plenarsaal Foto: Landtag, Karsten Blaas

Landtag, Bildungsministerium und Heimatbund haben heute die Emmi, den Oscar für Niederdeutsch, verliehen – und das bereits zum siebten Mal. Sechs Einzelpersonen, Gruppen und Projekte erhielten im Plenarsaal die eisernen Figuren von Meerjungfrauen, etwa für Filme, Hörspiele und Forschungsarbeiten auf Platt oder zum Thema Platt. 

„Platt ist Heimatgefühl“, sagte Landtagsvizepräsidentin Annabell Krämer zur Begrüßung der rund 100 Preisträger und Gäste. Es freue sie, dass die Sprache auch in der Jugend gepflegt werde. Krämer verwies darauf, dass der Landtag sich seit Jahrzehnten für die Regionalsprache einsetze und das Plattdeutsche in der Landesverfassung verankert habe: „Wir halten das sehr, sehr hoch.“

Die Emmi-Preisträger 2021:

In der Kategorie Kindertageseinrichtungen ging der Preis an Sandra Kemper-Petersen und Tanja Krien von der Evangelischen Kindertagesstätte Viöl (Kreis Nordfriesland) für den Film „Böörni het sik verkeken“, in dem ein plattschnackendes Schaf die Hauptrolle spielt. Schulleiterin Tanja Schiprowski und „die plietschen Plattschnacker“ von der Dörfergemeinschaftsschule am Struckteich in Zarpen (Kreis Stormarn) haben während Corona einmal in der Woche eine Videokonferenz auf Platt abgehalten. Dafür gab es die Emmi in der Kategorie Grundschulen. Aus dem Text „De Bürgschaft“ von Martina Krohn, der auf Friedrich Schillers Ballade basiert, haben Lehrerin Meike Kühl und die Niederdeutsch-AG der Klasse 6e der Auguste-Viktoria-Schule Itzehoe ein Hörspiel erarbeitet – und wurden mit der Emmi in der Kategorie weiterführende Schulen belohnt.

Im Bereich Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten hat Alena Hansen-Wilkens, Studentin der Europa-Universität Flensburg, die Jury mit ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Lernsprache Niederdeutsch – zur Qualität und dem didaktischen Potential niederdeutscher Bilderbücher für den gesteuerten Spracherwerbsunterricht an Grundschulen“ überzeugt. Und zweimal gab es eine Ehrenamts-Emmi. Freuen konnten sich Günter Herrmann aus Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg) für sein langjähriges Engagement, etwa an der Harrisleer Schule, an der Niederdeutschen Bühne Flensburg und als Komponist von Liedern und Musicals, sowie Steffen Ketelsen und die „Junge Lüüd ut Löwenstedt“, die den Film „In de Juni geev dat immer Erdbeeren“ gedreht haben. Darin wird die Situation von Flüchtlingen mit einem Perspektivwechsel in den Blick gerückt: Wie wäre es, wenn die Menschen in Nordfriesland vor Krieg und Elend aus ihrer Heimat fliehen müssten?