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13.03.18
15:26 Uhr
B 90/Grüne

Bernd Voß zur heutigen Veranstaltung „CRISPR-Cas aus Sicht der Landwirtschaft, Natur/Umwelt, Verbraucher“ des BNUR (Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume)

Presseinformation

Landesverband Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Alter Markt 9 (Zugang über Haßstr. 3-5) 24103 Kiel
Mobil: 0172 / 541 83 53
pressestelle@sh-gruene.de www.sh-gruene.de

Nr. 085.18 / 13.03.2018


Neue Züchtungstechniken als Gentechnik einstufen
Zur heutigen Veranstaltung „CRISPR-Cas aus Sicht der Landwirtschaft, Natur/Umwelt, Verbraucher“ des BNUR (Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume) sagt der agrarpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:
„Derzeit ist für die EU-Kommission noch unklar, ob diese neuen Züchtungstechniken als Gentechnik im Sinne der EU-Freisetzungsrichtlinie gelten. Es gibt Rechtsgutachten, die dies so sehen, unter anderem das vom Bundesamt für Naturschutz. Zum Schutz von Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucher*innen vor unerwünschten Einträgen halte ich ein geordnetes Zulassungsverfahren und eine Kennzeichnungspflicht für unabdingbar.
Kritisch sehe ich auch die Möglichkeit der Patentierung von auf diese Weise erzeugtem Saatgut. Dadurch erhöht sich die Abhängigkeit der Landwirtschaft von Saatgutunter- nehmen. Das Landwirte- und Züchterprivileg, das bei konventionellen Pflanzen im Sor- tenschutzrecht verankert ist, würde ausgehöhlt. Darum muss im Falle der Anerkennung dieser neuen Technologien eine Risikobewertung stattfinden, bevor diese angewandt werden.
Zum Schutz des gentechnikfreien Anbaus, egal ob konventionell oder ökologisch, muss Saatgut eindeutig gekennzeichnet werden. Es muss klare und am Verursacherprinzip orientierte Haftungsregelungen geben. Um die Wahlfreiheit für Verbraucher*innen zu gewährleisten, müssten auch die damit erzeugten Lebensmittel eindeutig als solche er- kennbar sein. Wir brauchen für all das EU-weit einheitliche Regelungen. Das Europa- parlament sollte bei diesen Entscheidungen beteiligt und nicht nur angehört werden.“
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