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15.06.18
10:22 Uhr
B 90/Grüne

Eka von Kalben zur Trennung von Kunststoffen von Lebensmittelabfällen

Presseinformation

Landtagsfraktion Es gilt das gesprochene Wort. Schleswig-Holstein TOP 21 – Kunststoffe konsequent von Lebensmittelabfällen Pressesprecherin trennen Claudia Jacob Landeshaus Dazu sagt die Vorsitzende der Landtagsfraktion Düsternbrooker Weg 70 von Bündnis 90/Die Grünen, 24105 Kiel
Zentrale: 0431 / 988 – 1500 Eka von Kalben: Durchwahl: 0431 / 988 - 1503 Mobil: 0172 / 541 83 53
presse@gruene.ltsh.de www.sh-gruene-fraktion.de
Nr. 230.18 / 15.06.2018

Wir müssen Plastikmüll vermeiden In den letzten Monaten ist schon viel über die katastrophale Plastikverschmutzung der Schlei gesagt worden. Das Landeskriminalamt ermittelt und wir werden sehen, wer sich am Ende für die dramatische Lage verantworten muss. Aber so furchtbar das Ganze auch ist, ein Gutes hat der Skandal: er hat wachgerüttelt.
Und das ist gut so. Nicht nur für die Schlei, sondern auch für alle anderen Gewässer und Ökosysteme. Denn eines müssen wir hier ja ganz klar festhalten: Die Schlei ist kein Einzelfall. Die Bioabfallregelung muss so geändert werden, dass Biomüll, der in den Stoffkreislauf zurückgeführt wird, keine Kunststoffe mehr enthalten darf.
Auch die Düngeverordnung muss geändert werden: Eine Bekannte erzählte mir neulich, dass ihr Garten aussieht, als wäre dort Konfetti verteilt worden. Und zwar nachdem sie gekaufte Komposterde verteilt hat. Das ist doch paradox, dass Menschen ihren Gärten etwas Gutes tun wollen und sie dabei versehentlich verschmutzen. Schließlich stören die Plastikteile nicht nur optisch, sie sind auch eine ernste Bedrohung für Vögel und an- dere Lebewesen.
Doch mit den Änderungen von Verordnungen ist es selbstverständlich nicht getan. Es geht beim Plastikmüll nicht nur darum, wie wir ihn trennen, sondern vor allem darum, wie wir ihn vermeiden können. Heutzutage ist es sogar schon möglich, geschälte Apfel- sinen und Bananen in Plastikverpackung zu kaufen. Das müssen Sie sich mal vorstel- len: Die natürliche Verpackung der Früchte wird entfernt und durch Plastik ersetzt. Es ist die Aufgabe von Handel und Industrie, Waren plastikfrei anzubieten. Kleine Hofläden und Läden wie „Unverpackt“ machen vor wie es geht.
Selbstverständlich ist es aber auch Aufgabe der Politik, die Ziele durch Vorgaben und rechtliche Rahmensetzungen zu erreichen. Wir Grüne denken da an verbindliche Re- cyclingquoten im Abfallrecht, mehr echtes Recycling statt Verbrennung und eine Ände- rung der Besteuerung von Erdöl für die Plastikproduktion. Außerdem muss darüber Seite 1 von 2 nachgedacht werden, die Verwendung problematischer Verbundmaterialien zu begren- zen. Auch über ein Verbot überflüssiger Wegwerfprodukte aus Plastik sollte nachge- dacht werden dürfen. Kein Mensch braucht einen Trinkhalm aus Plastik. Man kann auch einen Strohhalm nehmen.
Es wäre falsch, das Plastikproblem auf die Bürger*innen abzuschieben. Trotzdem: Wir alle müssen unser eigenes Konsumverhalten hinterfragen. Je weniger Menschen Plas- tiktüten und -verpackungen benutzen, desto weniger landen diese im Meer und desto weniger verenden Wale und andere Tiere grausam daran. Egal ob vor den Küsten Spa- niens, Thailands oder Norwegens – weder die Tiere noch der Müll machen an Landes- grenzen halt. Alles hängt mit allem zusammen. Seit 2017 ist in Kenia das Benutzen von Plastiktüten verboten. Dadurch werden täglich 100 Millionen Plastiktüten gespart. Ich finde es super, dass sich was bewegt.
Aber hinter alledem verbirgt sich noch ein ganz anderer Skandal. Wir regen uns über Lebensmittel auf, die kompostiert werden, weil sie verpackt sind. In Wirklichkeit muss man doch auch mal darüber nachdenken, ob nicht das massenhafte Wegschmeißen von Essen der wahre Skandal ist. Auch auf diesen Handlungsbedarf geht unser Antrag ein.
Auf Robert Habecks Initiative hat sich die Umweltministerkonferenz letzten Freitag für ein Schredder-Verbot verpackter Lebensmittel ausgesprochen. Außerdem unterstützen die Umweltminister*innen die Einführung einer Plastiksteuer. Jetzt ist es an uns, nach- zulegen und ein weiteres starkes Signal Richtung Bund zu senden.
Ich bitte Sie deshalb um die Unterstützung unseres Antrags.
Vielen Dank.

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