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07.03.19
15:47 Uhr
SPD

Serpil Midyatli zu TOP 21: Konversionsverfahren müssen verboten werden

Es gilt das gesprochene Wort!


Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden:
http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

Kiel, 7. März 2019



TOP 21: Sogenannte Homo-Heilung verbieten (Drs. 19/1306)



Serpil Midyatli:
Konversionsverfahren müssen verboten werden

„Es geht um die Würde des Menschen. Diese wird durch die menschenverachtenden Methoden der sogenannten „Homoheiler“ zutiefst verletzt. Homosexualität ist keine Krankheit und bedarf keiner, wie das so absurd heißt, „Reparativtherapie“. Diese Methoden und Therapien sind verstörend und hinterlassen bei den Betroffenen tiefe seelische Wunden, extreme Verunsicherung und können zu Depressionen und Selbstmorden führen. Daher gehören jegliche Formen zur „Heilung“ von Homosexualität verboten. Ich zähle auch Informationsveranstaltungen dazu. Unvorstellbar, dass sowas nicht schon längst verboten worden ist, was immer mehr Bundesstaaten der USA tun, zumal Erwachsene wie auch Kinder und Jugendliche betroffen sind. Auch die Therapeuten müssen sich mitunter ihren Lebenslügen stellen; erst vor wenigen Wochen endete die Karriere eines solchen Konversionstherapeuten in den USA damit, dass er seine Frau verließ und sich selbst als schwul outete. Wir müssen Partei ergreifen für die Opfer solcher Praktiken, die nichts mit Wissenschaft und Gesundheitsvorsorge, sondern bestenfalls etwas mit Voodoo zu tun haben und die ihre Wurzeln in menschenfeindlichen Ideologien haben, die homosexuelle Menschen in Gefängnissen und Konzentrationslagern Folterungen und Mord ausgesetzt haben. 2



Wer heute noch so eine Ideologie vertritt, darf nicht als „Therapeut“ zugelassen werden; der gehört bestraft und weggesperrt, damit er nicht weiter Unheil anrichten kann. Die Bremische Bürgerschaft hat ein Verbot der pseudowissenschaftlichen Konversionstherapien schon beschlossen. Der Koalitionsvertrag in Hessen enthält auch eine Bundesratsinitiative zum ihrem Verbot. Das ist eine gute Ausgangsbasis für einen Beschluss im Bundesrat. Und ich denke, auch die anderen Bundesländer werden sich unserer Forderung anschließen. Außerdem werden wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten uns auf Bundesebene für ein schnelles Verbot einsetzen.
Lieber Herr Minister Garg, ich bin davon überzeugt, dass sie hier alles unternehmen werden, damit solchen Scharlatanen das Handwerk gelegt wird. Wir werden in diesem Parlament und in der Gesellschaft diese menschenverachtenden Methoden bekämpfen. Homophobie hat keinen Platz in Schleswig-Holstein. Ich freue mich, dass wir heute einen gemeinsamen Beschluss fassen. Denn Schleswig-Holstein ist weltoffen und vielfältig. Und Schleswig-Holstein liebt vielfältig. Was gibt es Schöneres als verliebt zu sein, zu lieben und geliebt zu sein? Egal, wen ich liebe. Denn Liebe ist Liebe. Punkt. Vielen Dank.“