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15.05.19
16:02 Uhr
CDU

Tobias Loose: (TOP 9) Ein großer Schritt für die Besoldungsgerechtigkeit in unseren Schulen

Bildung | 15.05.2019 | Nr. 191/19
Tobias Loose: (TOP 9) Ein großer Schritt für die Besoldungsgerechtigkeit in unseren Schulen Es gilt das gesprochene Wort
Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Wertschätzung für Grundschullehrer
mit dem Gesetzentwurf den die Landesregierung heute in den Landtag eingebracht hat, machen wir uns auf den Weg den Lehrerberuf noch attraktiver zu gestalten. Das ist ein großer Schritt für die Besoldungsgerechtigkeit in unseren Schulen. Wir machen damit deutlich, dass uns die Arbeit von Lehrkräften an den verschiedenen Schularten gleich viel wert ist. Das ist ein Paradigmenwechsel, der lange Zeit nicht selbstverständlich war. Viele Jahre war es so, dass Lehrerinnen und Lehrer an anderen Schularten mehr Vergütung erhalten haben als in den Grundschulen. Es geht bei diesem Gesetzentwurf also auch um Wertschätzung des Lehrerberufs und ist eine von vielen Maßnahmen, die die jetzige Landesregierung für unsere Lehrkräfte auf den Weg gebracht hat.
Aufgabenfelder haben sich verändert
Und es zeigt auch noch einmal, dass sich unser Verständnis zu der wichtigen Arbeit an den Grundschulen grundlegend verändert hat. Neben der Ausbildung hat sich auch das definierte Aufgabenfeld von Lehrkräften an der Grundschule weiterentwickelt. Es geht eben um viel mehr, als „nur“ Kindern lesen und schreiben und das Rechnen im Zahlenraum von 1 bis 1000 zu vermitteln. Lehrer sind heute viel stärker interdisziplinär aufgestellt; managen neben dem klassischen Unterricht individuelle Beschulung von Schülern, meistern komplexe Themen wie Inklusion und Elternarbeit und arbeiten viel stärker in multiprofessionellen Teams. Es ist richtig, dass sich das auch in der Besoldung widerspiegelt.
Die Aufgabe Schulleitung ist komplexer geworden
Ebenso passen wir auch die Vergütung von Schulleitungen und Funktionsstellen an. Auch hier haben sich Aufgabenfelder massiv verändert. Schulentwicklung, die Koordination von DAZ-Angeboten, die stärkere Abstimmung mit KiTas in der Umgebung der Schule sind nur ausgewählte Beispiele für den Wandel der Aufgabe


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Verantwortlich: Kai Pörksen | Düsternbrooker Weg 70, Landeshaus, 24105 Kiel 0431/988-1440 | info@cdu.ltsh.de | http://www.cdu.ltsh.de von Schulleitungen. Komplexität rechtfertigt auch hier neben dem Abstandsgebot eine Anpassung.
Lehrer verdienen gut
Auch wenn die Anpassung genau der richtige Weg ist, ist es mir aber auch sehr wichtig festzuhalten, dass schon mit A12 aber erst recht mit A13 Lehrkräfte ein gutes Gehalt für ihre Arbeit bekommen - gerade wenn man auch den Barwert der Pensionsansprüche berücksichtigt. Die Vergütung von Lehrkräften muss sich auch nicht vor dem Vergleich mit der freien Wirtschaft verstecken. Und das gilt erst recht, wenn wir uns Vergütungsstrukturen bei Polizei, Feuerwehr oder in anderen Bildungseinrichtungen wie zum Beispiel Musikschulen anschauen. Ich bin froh, dass wir Besoldungsgerechtigkeit schaffen, ich finde es aber auch wichtig festzuhalten, dass im Vergleich gerade mit anderen Ländern in Europa Lehrkräfte bei uns gut verdienen. Auch mit einem Blick auf die anderen Bundesländer gerichtet, tun wir unseren Lehrkräften über den Durchschnitt der Bundesländer etwas Gutes, so herrscht im überwiegenden Teil der Bundesrepublik die A 12 Besoldung.
Besoldungsanpassung ist finanzpolitisch vernünftig
Nun ist auch richtig, dass es diese Anpassung nicht von heute auf morgen geben wird. Wir passen die Besoldung schrittweise an. Schleswig-Holstein bleibt im Vergleich ein armes Bundesland, das ist ja gerade heute nochmal in den Zeitungen zu lesen. In der Debatte vor gut einem Jahr hat der Kollege Stegner die Jamaika- Koalition stark für den schrittweisen Prozess kritisiert und uns das Wappentier einer Schnecke empfohlen. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass wir mit diesem Gesetzentwurf in der stufenweisen Anpassung über Ausgabensteigerung in Höhe von 140 Millionen Euro bis 2026 auf den Weg bringen. Aus der aktuellen finanzpolitischen Sicht ist es daher vernünftig eine solche Veränderung behutsam anzugehen.
Planungssicherheit für Lehrkräfte
Trotzdem gibt es für alle Lehrkräfte in dieser Frage Planungssicherheit und eine klare Perspektive, wann mit einer Besoldungsanpassung zu rechnen ist. Das ist schon bemerkenswert, denn diese Klarheit hat es bei anderen Vergütungsanpassungen in dieser Form nicht gegeben. Gerade deshalb würde ich der Opposition Mäßigung bei möglicher Kritik raten, zumal ja immer wieder der Hinweis wichtig ist. Es war nicht die Küstenkoalition, die A13 für Grundschullehrer möglich gemacht hat, es ist wieder einmal die Jamaika-Koalition, die in einer wichtigen Frage der Bildungspolitik Nägel mit Köpfen macht.
Ich bitte um Ausschussüberweisung und kann nur dafür werben, dass wir uns koalitionsübergreifend für eine zeitnahe verbesserte Situation der Lehrkräfte und Leitungen einsetzen. Denn trotz aller Kritik waren sich auch schon im vergangenen Jahr alle Fraktionen einig, dass A13 ein Meilenstein ist.
Danke, dass Sie mir zugehört haben.



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