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27.09.19
13:36 Uhr
B 90/Grüne

Joschka Knuth zur Kennzeichnung von Lebensmitteln

Presseinformation

Landtagsfraktion Es gilt das gesprochene Wort! Schleswig-Holstein TOP 20 – Einfaches System zur Darstellung der Pressesprecherin Nährwertqualität auf Lebensmitteln einführen Claudia Jacob Landeshaus Dazu sagt der verbraucherschutzpolitische Sprecher der Düsternbrooker Weg 70 Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, 24105 Kiel
Zentrale: 0431 / 988 – 1500 Joschka Knuth: Durchwahl: 0431 / 988 - 1503 Mobil: 0172 / 541 83 53
presse@gruene.ltsh.de www.sh-gruene-fraktion.de
Nr. 356.19 / 27.09.2019

Wir brauchen eine deutliche, auf einen Blick zu verstehende Kennzeichnung
Sehr geehrtes Präsidium, meine Damen und Herren,
ernährungsbedingte Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, Adipositas, Diabetes oder Bluthochdruck sind in Deutschland vor Krebserkrankungen die häufigsten Todesur- sachen.
Die Ursachen dafür sind vielfältig: Menschen bewegen sich weniger und achten weniger auf die Zusammensetzung ihrer Mahlzeiten; Stress im Alltag führt zu ungesunderem Ess- verhalten und vor allem sind ungesunde Speisen oftmals verlockender und leider übri- gens auch viel günstiger im Vergleich zu gesunden Alternativen.
Vor allem wissen die Menschen aber oft nicht, was sie eigentlich konsumieren und welche Nährwertqualität die Speisen haben. Denn wer liest schon die kleingedruckten Tabellen auf der Rückseite? Und wem sagen diese Angaben irgendetwas? Das muss sich ändern.
Wir brauchen eine deutliche, auf einen Blick zu verstehende Kennzeichnung. Hier sind wir als Politik dringend in der Verantwortung, zu einer Verbesserung für die Verbrau- cher*innen zu kommen. Das fordern wir als Grüne seit langem. Und wirksam kann das nur sein, wenn Produkte nach einem einheitlichen System gekennzeichnet werden. Und wirksam kann das nur sein, wenn auch alle Produkte gekennzeichnet werden. Denn sonst gibt es keine Vergleichbarkeit.
Es gibt sie ja schon in der Praxis, Beispiele für eine klar verständliche, einheitliche Nähr- wertkennzeichnung. Insbesondere der Nutri Score ist ein europaweites Erfolgsmodell. Frankreich, Spanien und Belgien haben ihn bereits erfolgreich implementiert. Selbst in Seite 1 von 2 Deutschland gibt es erste Unternehmen, die ihn freiwillig verwenden. Das zeigt übrigens, dass ein vernünftiges und klar verständliches Kennzeichnungssystem nicht nur den Ver- braucher*innen hilft, sondern auch für die Unternehmen, die gesunde Lebensmittel her- stellen, eine echte Werbung sein kann.
Wir reden ja immer über Anreize statt Verbote. Das ist mal ein richtig gutes Beispiel dafür. Ein Gebot, das einen Anreiz inkludiert. Produziere gesund und die Menschen werden deine Lebensmittel kaufen.
Genau bei der Freiwilligkeit setzt aber auch das Problem an. Dadurch, dass wir aktuell kein vernünftiges, einheitliches System haben, diversifiziert sich die Lage am Markt und die Verbraucher*innen laufen Gefahr, wieder einem Kennzeichnungs-Dschungel entge- genzusehen.
Das wollen wir nicht und deshalb fordern wir eine einheitliche Kennzeichnung. Auch beim Zeithorizont sind wir als Koalition ambitionierter als die Bundesregierung. Wir denken, dass man sich bis Ende des Jahres für ein Modell entscheiden und die Implementierung auf den Weg bringen kann. Die Modelle sind bekannt und liegen auf dem Tisch. Welches Modell dabei das Beste wäre, hat eine Forsa-Umfrage im letzten Monat eindrucksvoll bewiesen. Wenn Frau Klöckner sich jetzt noch für das Modell des Max-Rubner-Institutes entscheidet, zeigt das einfach nur, wie weit entfernt diese Bundesministerin von den Ver- braucher*innen ist.
Zur Debatte stehen aber insgesamt vier Modelle. Die werden aktuell noch untersucht, die Ergebnisse liegen zeitnah vor. Zentral ist, dass wir zügig zu einer einheitlichen Nährwert- kennzeichnung kommen, die von einer breiten Mehrheit getragen wird. Ich hoffe deshalb, dass wir auch von der Landesebene aus noch einmal ein deutliches Signal nach Berlin senden.
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