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27.09.19
13:54 Uhr
B 90/Grüne

Ines Strehlau zur Berufsorientierung und Berufswahlkompetenz

Presseinformation

Landtagsfraktion Rede zu Protokoll gegeben! Schleswig-Holstein TOP 22– Berufsorientierung und Berufswahlkompetenz Pressesprecherin Claudia Jacob Dazu sagt die schulpolitische Sprecherin der Landeshaus Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Ines Strehlau: Zentrale: 0431 / 988 – 1500 Durchwahl: 0431 / 988 - 1503 Mobil: 0172 / 541 83 53
presse@gruene.ltsh.de www.sh-gruene-fraktion.de
Nr. 352.19 / 27.09.2019


Der Antrag der AfD bringt die Berufsorientierung inhaltlich keinen Schritt weiter
Das Thema Intensivierung der Berufsorientierung und der Übergang von der Schule in den Beruf begleiten mich, seitdem ich im Landtag bin, also nunmehr seit zehn Jahren. Und es hat sich einiges getan.
Im Schulunterricht ist das Thema Berufsorientierung ein Querschnittsthema, und das schon sehr früh. Die Berufsorientierung beginnt bereits in Klasse 5. Die Kontingentstun- dentafel weist darauf hin, dass sowohl an Gemeinschaftsschulen als auch an Gymnasi- en. bereits in Klasse 5 und 6 Berufsorientierung stattfindet. In den Fachanforderungen des Faches Wirtschaft/Politik heißt es „Sowohl für Gemeinschaftsschulen und Regio- nalschulen als auch für Gymnasien ist die Berufsorientierung integrativer Bestandteil al- ler Fächer und Jahrgangsstufen.“
Auch für die anderen Fächer steht in den Fachanforderungen der Satz: „In der Sekun- darstufe I zielt der Unterricht sowohl auf den Erwerb von Allgemeinbildung als auch auf die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler ab.“ Das bedeutet: An jeder Schu- le gibt es Berufsorientierungskonzepte.
Die AfD will erst in Klasse 7 mit der Berufsorientierung anfangen. Das wäre eine Ver- schlechterung im Vergleich zum aktuellen Stand. Die Potenzialanalyse ist ein gutes In- strument für die Selbsteinschätzung der Schüler*innen. Aber die Analyse allein bringt es nicht. Es muss damit gearbeitet werden, um eine gute Entscheidung bei der Berufswahl zu treffen. Dazu sagt der Antrag nichts.
Die Praxisberater*innen haben wir schon. Es sind die Coaches aus dem Handlungs- konzept oder die Berufseinstiegsbegleiter*innen. Und sie beraten und begleiten die Ju-
Seite 1 von 2 gendlichen nicht nur in Klasse 7 und 8, sondern begleiten sie auch auf dem Weg in die berufliche Schule. Auch hier springt die AfD also zu kurz.
Es ist für viele junge Erwachsene gar nicht so einfach herauszufinden, was sie später genau machen wollen. Und es muss auch nicht immer alles gradlinig verlaufen. Es ist total in Ordnung, Umwege zu gehen, vielleicht von einer Ausbildung in eine andere zu wechseln, wenn man merkt, dass die Richtung doch die falsche war.
Aber wir müssen den Schüler*innen natürlich nichtsdestotrotz die bestmögliche Unter- stützung und Orientierung und auch Sicherheit bieten. Das fordern die Jugendlichen zu Recht ein.
Diesen Bedarf haben wir schon lange erkannt und gehandelt: In der vergangenen Wahlperiode haben wir mit der Küstenkoalition zum Beispiel die Jugendberufsagentu- ren auf den Weg gebracht. Die Jugendberufsagenturen beraten die Jugendlichen auf dem Weg von der Schule in den Beruf und sorgen dafür, dass niemand auf diesem Weg verloren geht.
Inzwischen gibt es acht Jugendberufsagenturen an zwölf Orten im Land. Und es sind weitere in Planung. Die JBAs haben sich sehr bewährt. Außerdem haben wir das Hand- lungskonzept Schule und Arbeitswelt zum Handlungskonzept PLuS weiter entwickelt und dafür gekämpft, dass dafür genügend EU Mittel zur Verfügung gestellt wurden.
In dieser Wahlperiode arbeiten wir weiter an der Verbesserung. So werden wir auch mit Jamaika in der neuen EU-Förderperiode für ausreichend EU-Mittel kämpfen. Wir brau- chen die intensive Unterstützung an den Schulen durch Lehrkräfte und durch Coaches, damit der Start in das Berufsleben gelingt. Wir sehen: Berufliche Orientierung für alle Schüler*innen ist ein Thema, mit dem wir uns schon intensiv befasst haben und an dem wir intensiv weiter arbeiten.
Die AfD spricht in ihrem Antrag nur von Berufsorientierung an Gemeinschaftsschulen. Sie lässt die Gymnasien unter den Tisch fallen. Ein völlig falsches Signal! Auch hier machen Schüler*innen nach dem Abitur eine Ausbildung. Auch hier gilt es, einen Über- blick zu bekommen über mehr als 1000 Studiengänge und mehr als 350 Ausbildungs- berufe. Auch Oberstufenschüler*innen brauchen berufliche Orientierung!
Deshalb ist es gut, dass die Landesregierung, gemeinsam mit der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, Material für die berufliche Orientierung an den Oberstufen bereitstellt.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Bildungsministerium hat im vergangenen Jahr vom Parlament den Auftrag bekommen ein Gesamtkonzept zur beruflichen Orientierung zu erarbeiten. Dazu wurde Ende 2018 ein Zwischenbericht vorgelegt, den wir im Aus- schuss diskutiert haben. Der Bericht gibt einen guten Überblick und er zeigt die Hand- lungsnotwendigkeiten auf. Das Gesamtkonzept soll zum Schuljahr 2020/2021 fertig sein.
Der Antrag der AfD bringt die Berufsorientierung inhaltlich keinen Schritt weiter. Die demokratischen Parteien in diesem Haus werden ihn deshalb ablehnen.
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