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16.10.19
12:06 Uhr
B 90/Grüne

Andreas Tietze zum Bericht des Bundesrechnungshofs über die Fehmarnbeltquerung

Presseinformation

Landtagsfraktion Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Zentrale: 0431 / 988 – 1500 Durchwahl: 0431 / 988 - 1503 Mobil: 0172 / 541 83 53
presse@gruene.ltsh.de www.sh-gruene-fraktion.de
Nr. 365.19 / 16.10.2019

Wir brauchen Klarheit bei der Fehmarnbeltquerung
Zum Bericht des Bundesrechnungshofs sagt der verkehrspolitische Sprecher der Land- tagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Andreas Tietze:
Der Bericht des Bundesrechnungshofs deckt schonungslos die Schwachpunkte der Fi- nanzierung der Fehmarnbeltquerung auf. Das ist ein Desaster und erinnert an den Ber- liner Hauptstadtflughafen und an die die politischen Fehler von Stuttgart 21. Wir Grüne fordern schon seit 10 Jahren, sich bei den Kosten endlich ehrlich zu machen. Schles- wig-Holstein steht jetzt vor einem Dilemma.
Entweder es gilt das Motto "Augen zu und durch" und der Ministerpräsident muss bis zu 5 Milliarden vom Bund verbindlich fordern. Oder es müssen massive Abstriche beim ge- forderten Streckenverlauf und dem Lärmschutz gemacht werden, Dies würde auch be- deuten, den Menschen entlang der gesamten Hinterlandanbindung nicht länger das Blaue vom Himmel zu versprechen. Sonst würde der mehr als zehn Jahre dauernde Di- alogprozess schlicht ad absurdum geführt. Was noch viel schlimmer wiegt: das Ver- trauen in die Politik wäre verloren. Jetzt ist echtes Krisenmanagement des Ministerprä- sidenten angesagt. Blumige Worte reichen nicht. Der Koalitionsvertrag verweist eindeu- tig auf die Verantwortung des Bundes. Wir sind an einem Punkt, an dem sich ein einfa- ches "Weiter so" verbietet.
Bundesverkehrsminister Scheuer steht vor einem Scherbenhaufen. Er geht von rund 2 Milliarden Kosten aus, während der Bundesrechnungshof von 5 Milliarden ausgeht. Bei welcher Summe wir landen kann heute keiner sagen. Der Minister muss den Menschen im Norden jetzt endlich reinen Wein einschenken und erklären mit was wir rechnen können. Wird schon alles gutgehen, reicht nicht.
Der Ball liegt jetzt in Berlin. Der Deutsche Bundestag muss sich jetzt zur vollen Finan- zierung der Fehmarnbeltquerung einschließlich der Hinterlandanbindung bekennen. Seite 1 von 2 Das Land muss die Bundesregierung auffordern, entweder die volle Finanzierung zuzu- sichern oder mit Dänemark endlich die Staatsvertragsklausel über das Projekt neu zu verhandeln. Auch Alternativen, wie der Ausbau der Jütlandroute zur ICE Schnellverbin- dung, gehören geprüft. Wir dürfen die Augen nicht vor der Realität verschließen. Das Schlimmste was passieren kann ist, dass wir zum reinen Transitland werden und alle Anwohner/Innen an der Strecke die Zeche zahlen.
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