Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Möglichkeit zum Opt-Out finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Datenschutzerklärung

Pressefilter

Zurücksetzen
26.06.20
18:31 Uhr
AfD

KORREKTUR: Dr. Frank Brodehl: Ohne ein pädagogisches Gesamtkonzept wird die Digitalisierung unserer Schulen scheitern

PRESSEMITTEILUNG



Dr. Frank Brodehl anlässlich der Ankündigung von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) an allen Schulen des Landes das Lernmanagementsystems „itslearning“ einzuführen:

„Ohne ein pädagogisches Gesamtkonzept wird die Digitalisierung unserer Schulen scheitern“ Kiel, 26. Juni 2020 Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat heute angekündigt, zum neuen Schuljahr allen Schulen in Schleswig-Holstein ein einheitliches Lern- managementsystem (LMS) zur Verfügung zu stellen. Mit dem „cloudbasierten“ System „itslearning“ will die Ministerin „digitales Lernen und Lehren“ in allen Schulen „zum Standard machen“. Dr. Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, erklärt dazu:
„Wenn die Bildungsministerin erklärt, sie werde 72 Millionen Euro zusätzlich in die digitale Modernisierung der Schulen und zusätzliches Personal investieren, dann klingt das zunächst einmal gut – zumindest für alle, die meinen, der Einsatz von Laptops und Lernsoftware würde automatisch zu mehr Bildungserfolg führen: Den Lehrern würde das Vermitteln des Lernstoffs erleichtert und den Schülern das Lernen.
Dass dies ein Trugschluss ist, zeigt jedoch bereits ein Blick in jene Länder, die mit der Digitalisierung ihrer Schulen schon weit vorangeschritten sind. In den Niederlanden etwa kamen schon 2013 die sogenannten ‚Steve-Jobs-Schulen‘ auf, an denen aus- schließlich mit iPads gelernt wurde. Heute gilt dieses Experiment als gescheitert. Lediglich im Fach Mathematik hatte sich die Digitalisierung des Unterrichts als ein Motivationsschub erwiesen – in allen anderen nicht.
Damit Laptops, digitale Lernprogramme und das Internet für den Schulunterricht tatsächlich sinnvoll eingesetzt und zu mehr Lernerfolg führen können, braucht es zuallererst ein pädagogisches Konzept, das im Detail aufzeigt, wie dieses Ziel konkret erreicht werden kann. Ein solches Konzept hat Bildungsministerin Prien jedoch bislang nicht vorgelegt. Ein digitales ‚Lernmanagementsystem‘ einzuführen und Schüler mit Computer auszustatten, ist dafür aber ebenso wenig ein Ersatz wie der Hinweis darauf.
Bevor Ministerin Prien für die Digitalisierung unserer Schulen also zusätzlich 72 Millionen


Pressekontakt: AfD-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag • Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel • Tel.: +49-(0)431-988-1656 • Mobil: +49-(0)176-419-692-54 • E-Mail: presse@afd.ltsh.de



Euro ausgibt, fordern wir sie auf, ein solches pädagogisches Gesamtkonzept vorzulegen. Auf diese Weise soll sie nicht nur Eltern und Lehrern, sondern vor allem auch den Steuerzahlern erklären, wie der Einsatz dieser Mittel konkret dazu beiträgt, dass der Bildungserfolg an den Schulen Schleswig-Holsteins messbar gesteigert wird. Denn die Digitalisierung unserer Schulen darf kein Selbstzweck sein.
Dass die Landesregierung im Rahmen der geplanten Digitalisierung jetzt auch Geld dafür bereitstellen will, dass eine datenschutzkonforme Kommunikation zwischen Lehrern, Schülern und Eltern in Zukunft gewährleistet wird, ist hingegen ein Schritt in die richtige Richtung. Die teilweise katastrophalen Erfahrungen, die während der coronabedingten Homeschooling-Phase diesbezüglich gemacht wurden, zeigen wie überfällig dieser Schritt längst ist.
Bevor jedoch zig Millionen Euro in die Anschaffung von Hard- und Softwareprodukten investiert wird, sollte Ministerin Prien sich ehrlich fragen, warum in den USA mittlerweile die Mitarbeiter großer Tech-Konzerne wie Google, Apple und Yahoo ihre Kinder an Schulen schicken, in denen Laptops, Tablets und Smartphones aus dem Klassenzimmer verbannt werden. Digitalisierung allein ist offenbar auch keine Lösung.“


Weitere Informationen:

• focus-Artikel „Hollands Digital-Schulen waren ein Flop: Was Deutschland aus den Fehlern lernen kann“ vom 10. Oktober 2018: https://www.focus.de/perspektiven/14-laender-14-reporter/14-laender-14-reporter- niederlande-alles-digital-warum-schueler-zum-lernen-eben-doch-auch-buecher- brauchen_id_9700513.html
• Tagblatt-Artikel „Warum die Programmierer im Silicon Valley ihre Kinder computerfrei erziehen“ vom 2. April 2019: https://www.tagblatt.ch/leben/bildschirmfrei-ist-das-neue-bio-warum-die-programmierer- im-silicon-valley-ihre-kinder-computerfrei-erziehen-ld.1107643
• deutschlandfunk-Artikel „Ohne Pädagogik ist das Tablet nichts“ vom 15 April 2019: https://www.deutschlandfunkkultur.de/digitalisierung-der-schulen-ohne-paedagogik-ist- das-tablet.976.de.html?dram:article_id=446357


Pressekontakt: AfD-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag • Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel • Tel.: +49-(0)431-988-1656 • Mobil: +49-(0)176-419-692-54 • E-Mail: presse@afd.ltsh.de