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14.08.20
11:50 Uhr
SSW

Jette Waldinger-Thiering: Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer

Pressemitteilung
Nr. 137/2020 Kiel, 14.08.2020

Pressesprecher Per Dittrich, Tel. 0431-988 1383



Ein gefährliches Spiel mit dem Feuer
Zum Anstieg der Corona-Infektionen und Verdachtsfälle an schleswig- holsteinischen Schulen erklärt die bildungspolitische Sprecherin des SSW im
Landtag, Jette Waldinger-Thiering:

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen und einer drohenden zweiten Welle halte ich es für einen großen Fehler, dass Karin Prien den Präsenzunterricht weiterhin mit der Brechstange forciert. Schon jetzt haben wir an 16 Schulen Corona-Infizierte oder Verdachtsfälle. Wie schlimm muss es kommen? Ich habe die Bildungsministerin bereits Ende April davor gewarnt auf vollständigen Präsenzunterricht zu setzen, so lange das Corona-Virus nicht unter Kontrolle ist. Unser Wissen über das Virus und mögliche Folgeschäden auch bei Kindern ist marginal, es gibt keinen wirksamen Impfstoff, viele Lehrkräfte gehören besonders gefährdeten Risikogruppen an und in Schule und Bus lassen sich die empfohlenen Abstände kaum gewährleisten. An alldem hat sich bis heute im Grunde nichts geändert. 2

Deshalb sollte der Präsenzunterricht vor allem jenen Kindern und Jugendlichen
vorbehalten sein, die Prüfungen absolvieren oder aus unterschiedlichen Gründen keine guten Voraussetzungen haben, um dem Unterricht von zuhause aus zu folgen. Wenn die Bildungsministerin so vehement am Präsenzunterricht festhält, dann sollte sie
auch den Mumm aufbringen, die ungeliebte Maskenpflicht zu verordnen. Denn ohne einen effektiven Schutz vor Aerosolen ist der Frontalunterricht für alle Beteiligten ein Spiel mit dem Feuer. Wer A sagt, muss auch B sagen statt sich mit unverbindlichen Empfehlungen aus der Affäre zu stehlen. Und mehr noch: Dann sollten Bund und Land ggf. unter Hinzuziehung der Krankenkassen auch die Kosten für die Mund-Nasen-Bedeckungen übernehmen. Es kann nämlich nicht angehen, dass Infektionsschutz am Ende eine Frage des Portemonnaies der Eltern ist. Karin Prien hat die ganzen Sommerferien Zeit gehabt, ein mit allen Beteiligten abgestimmtes Konzept auf den Weg zu bringen. Stattdessen setzt sie in neuen Zeiten auf alte Lösungen. Das Ergebnis werden wir im worst case alle auszubaden haben.