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20.11.20
10:39 Uhr
SPD

Kirsten Eickhoff-Weber zu TOP 12: Investitionen in die berufliche Ausbildung sind Investitionen in die Zukunft

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 20. November 2020
Kirsten Eickhoff-Weber: Investitionen in die berufliche Ausbildung sind Investitionen in die Zukunft TOP 12: Mündlicher Bericht zur aktuellen Ausbildungssituation in Schleswig-Holstein (Drs. 19/2431)
„Herr Minister, Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danke ich für den Bericht! Die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit hat in der vergangenen Woche Zahlen zum Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein veröffentlicht. Trotz Corona war bis Ende September die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber, die noch keinen Ausbildungsvertrag erhalten haben, gegenüber dem Vorjahr um fast 10 % auf knapp 2.000 zurückgegangen. Das entspricht fast genau den zum selben Zeitpunkt unbesetzten Ausbildungsplätze, deren Zahl um rund 14 % gegenüber dem September 2019 angestiegen ist. Die Regionaldirektion hat die Hoffnung, dass sich diese beiden Defizite noch deutlich reduzieren. Denn die Corona- Pandemie bringt auch Verzögerungen in den Abläufen mit sich, so dass wir hoffentlich zum Jahresanfang 2021 angeglichene Zahlen haben. Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ kommt an und hilft Lösungen auch im ganz konkreten Fall zu finden. Bei der Sicherung der beruflichen Ausbildung zieht Schleswig-Holstein an einem Strang – dafür danken wir und hoffen, dass sich das fortsetzt.
Also alles in Butter? Das wäre eine gefährliche Selbsttäuschung. Es ist in diesem Haus unstrittig, dass das Duale System ein robustes System von hoher Qualität ist, das auch mit Krisen wie der jetzigen fertigwerden kann. Aber es hängt natürlich vieles davon ab, wie lange sich diese Krise noch hinzieht. Denn die öffentlichen Hände in Bund und Land sind in diesem Jahr über alle Grenzen hinausgegangen, die wir uns vorher hätten vorstellen können, und haben bei stark zurückgehenden Einnahmen gigantische Hilfspakete für die Wirtschaft aufgelegt, um Masseninsolvenzen und damit verbunden eine Massenarbeitslosigkeit abzuwenden. Corona muss auch heißen, in der Krise zu lernen. Wir sehen die Menschen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten und die in Zeiten des ersten Lockdowns und auch jetzt dafür sorgen, dass der Laden läuft. Und Hand aufs Herz, uns allen ist doch deutlich geworden, die systemrelevanten Berufe sind oft die mit einer soliden dualen Ausbildung. Diese Berufe bekamen Applaus, aber was die Menschen in diesen Berufen wirklich brauchen ist Respekt! Und das sei auch bemerkt, Respekt muss eine Gesellschaft auch in einer anständigen Bezahlung, mit guten Arbeitsbedingungen ausdrücken. Und wir müssen mehr in die Berufliche Bildung investieren, mehr für die frühe Berufsorientierung und -beratung tun, mehr für die Auszubildenden machen und mit den Ausbildungsbetrieben neue Wege gehen! Das alles geht nur mit starken Berufsschulen, starken Regionalen Berufsbildungszentren! Das sind die Schrittmacher der Fachkräftesicherung und das sind die, die dafür Sorge tragen, dass auch die Jugendlichen die noch keine Ausbildung haben auf einen guten Weg kommen. An den berufsbildenden Schulen bleibt noch eine Reihe von Baustellen offen. Die Unterrichtsversorgung liegt mit 97 % deutlich hinter allen anderen Schularten. Mit 88,4 % erreichen die berufsbildenden Schulen einen besonders niedrigen Wert beim Einsatz von Lehrkräften mit abgeschlossener Lehrerausbildung. Und der Unterrichtsausfall ist gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen. Die Stärkung unserer beruflichen Schulen ist Aufgabe des Landes. Die Aufrechterhaltung und Stärkung der betrieblichen Ausbildung liegt in den Händen der ausbildenden Unternehmen. Es ist deswegen gerade jetzt in der


1 Corona-Krise unerlässlich, dass beide Seiten eng zusammenarbeiten. Wir haben einen Fachkräftemangel, der sich in den nächsten Jahren beständig erhöhen wird, dem kann nur mit Ausbildung auf allen Ebenen begegnet werden! Demnächst wird das Schleswig-Holsteinische Institut für Berufliche Bildung seine Arbeit aufnehmen, das von unserer Bildungsministerin Britta Ernst auf den Weg gebracht worden ist. Wir halten die Zuordnung der beruflichen Bildung zum Wirtschaftsministerium für falsch. Das haben wir oft erklärt. Aber ungeachtet dessen erwarten wir von der Gründung des SHIBB neue Impulse zur Stärkung der beruflichen Bildung, in den Schulen und in den Betrieben!“



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