Navigation und Service des Schleswig-Holsteinischen Landtags

Springe direkt zu:

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Möglichkeit zum Opt-Out finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Datenschutzerklärung

Pressefilter

Zurücksetzen
18.02.21
15:44 Uhr
SPD

Martin Habersaat: Die Situation der Grundschulen ist auch ohne Corona schwierig

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de PRESSEMITTEILUNG #54 – 18. Februar 20211
Martin Habersaat: Die Situation der Grundschulen ist auch ohne Corona schwierig Die SPD hatte eine Große Anfrage zur Situation an den Grundschulen im Schuljahr 2018/19 gestellt. Weil einige Aspekte unklar blieben und die Bildungsministerin Rückfragen bei einzelnen Schulen unterband, führte der Bildungsausschuss eine schriftliche Anhörung bei Lehrergewerkschaften und Verbänden durch, denen kein Maulkorb verpasst werden darf. Zu den Ergebnissen sagt Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD- Landtagsfraktion: „Die Situation der Grundschulen war auch vor Corona schon schwierig, in einigen Regionen extrem schwierig. Das schreibt die GEW in ihrer Stellungnahme und das zeigt sich auch beim Blick auf zwei der Fragen, die im Mittelpunkt der Anhörung standen. Eine Frage war, wie Vertretungen für Förderlehrkräfte sichergestellt werden, die im inklusiven Unterricht die Doppelbesetzung ermöglichen. Die Antwort lautet: Gar nicht. Sonderschullehrkräfte sind in Grundschulklassen zur Förderung von Schüler*innen mit anerkanntem Förderbedarf und zur Prävention in Doppelbesetzung eingesetzt. Bei Erkrankung der Sonderschullehrkraft, bei Fortbildungen und anderen dienstlichen Aufgaben, wie auch bei der Untersuchung von Kindern zur Anerkennung des Förderbedarfs, fallen viele Stunden ersatzlos aus. Aus Sicht der Schüler*innen mit besonderem Unterstützungsbedarf ist die Situation besonders prekär, da ihnen der zustehende fachliche Unterricht ohne Fachkraft verloren geht. Auch für die Arbeitsbedingungen der verbleibenden Grundschullehrkräfte hat das erhebliche Auswirkungen. Die Statusabfrage zur Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein hat bei Grundschullehrkräften teilweise deutlich schlechtere Ergebnisse gezeigt als bei Lehrkräften anderer Schularten (Arbeitsfähigkeit, gefühlsmäßigen Belastungen, Präsentismus, Lärm). Hier müssen wir ansetzen, wenn wir vermeiden wollen, dass weiterhin jedes Jahr 12 bis 20 Prozent der Grundschullehrkräfte ihren Dienst vorzeitig quittieren. Die anstehenden Entwicklungen der Grundschulen zu Ganztagsschulen müssen auch genutzt werden, um die Verlässlichkeit der Grundschule nicht allein auf den Schultern der Lehrkräfte abzuladen.
Weitere Ergebnisse der Großen Anfrage (19/2035): Es waren im Schuljahr 2018/19 5.315 Lehrkräfte an den Grundschulen beschäftigt, die entsprechende Ausbildung hatten davon nur 4.588. 10,9 Prozent des Unterrichts wurden im Februar 2019, ein Jahr vor Corona, nicht plangemäß erteilt. Vertretungslehrkräfte werden noch immer nicht für ihren Einsatz geschult. Vier Kreise spüren den Lehrermangel laut Ministerium besonders: Dithmarschen, Steinburg, Segeberg, Herzogtum Lauenburg.



1 Offiziell gibt es 7 Mangelfächer, für die Fachlehrkräfte fehlen: Mathematik, Englisch, Musik, Sport, Katholische Religion, Philosophie und Kunst. 1.217 (26,54 Prozent) Klassen wurden in Mathematik von Lehrkräften unterrichtet, die dieses Fach nicht studiert haben. Dazu 239 Klassen von Lehrkräften ohne zweites Staatsexamen. 30 Grundschulen und fünf Außenstellen mussten mit einer einzigen Mathe-Fachlehrkraft auskommen. Die Regierung hat in Reaktion auf diesen Umstand nicht etwa Mathematiklehrkräfte an die Grundschulen geschickt, sondern lediglich die Erteilung von mehr Mathe- Stunden angeordnet. An 15 Grundschulen musste im Schuljahr 2018/19 die Verlässlichkeit aus Mangel an Lehrkräften ausgesetzt werden. 7 dieser Schulen lagen im Kreis Ostholstein. 15 Prozent der Grundschulen bieten im Land zwischen den Meeren keinen Schwimmunterricht an.“



2