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26.03.21
14:25 Uhr
SPD

REDE ZU PROTOKOLL GEGEBEN: Kathrin Bockey zu TOP 35: Der VfB Lübeck darf nicht durchs Raster fallen!

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden: http://www.landtag.ltsh.de/aktuelles/mediathek

LANDTAGSREDE – 26. März 2021
Kathrin Bockey: Der VfB Lübeck darf nicht durchs Raster fallen! TOP 35: Faire Verteilung der Corona-Hilfen auch für den Profisport (Drs. 19/2874, AltA19/2888(neu)) „Es scheint aus einem anderen Leben! Die Freude über den Aufstieg von Holstein Kiel, damals hier sogar im Landeshaus mit einem Empfang gefeiert! Im Vergleich dazu in Coronazeiten internationale Handballerfolge und ein Aufstieg des VfB Lübeck in die dritte Liga. Nicht vergessen, aber anders! Viele Menschen denken inzwischen beim Profisport an hochprofitable Wirtschaftsunternehmen. Für einige trifft das zu, andere müssen gerade jetzt unverschuldet über alle Maßen sehr kämpfen. Und manchmal ist es so, dass auch der Profisport Hilfe braucht. Das ist nicht neu. Wir erinnern uns an die Millionen für Holstein Kiel und deren Stadionausbau und auch der Handball ging in den letzten Jahren in Schleswig-Holstein nicht leer aus. Das ist auch gut und richtig so. Coronabedingt haben wir jetzt aber noch mal eine ganz neue Situation. Diese Pandemie hat uns an verschiedenen Stellen gezeigt, was es bedeutet, durchs Raster zu fallen. Im besten Sinne hat sie aber auch gezeigt dass der Staat hilft, dort wo die Not am größten ist. wir bemühen uns um größtmögliche Verteilungsgerechtigkeit aber das gelingt nicht immer und dann kommt es darauf an, nachzusteuern oder eben auch selbst Verantwortung zu übernehmen, wo andere nicht eintreten.
Sie haben in ihrem Antrag richtig festgestellt, dass der Bund für die Profivereine aus der ersten bis dritten Liga bereits diverse Anstrengungen unternommen und ein Hilfsprogramm aufgelegt hat. Dieses Hilfsprogramm ist jetzt noch einmal verlängert worden bis Ende 21. Der Bund wird damit seiner Verantwortung für den Profisport gerecht. Vielen Vereinen war und ist mit diesen Corona Zahlungen in der Krise geholfen. Aber nicht allen. Einige fallen durch das Raster und beispielhaft möchte hier den VfB Lübeck benennen! Hoffnungsvoll gestartet, aus der vierten Liga in die dritte aufgestiegen, stand der VfB Lübeck im letzten Jahr vor einer Menge Herausforderungen! Das Stadion musste ligatauglich gemacht, Auflagen erfüllt und neue Strukturen geschaffen werden. Ein Ding der Unmöglichkeit ohne Ticketverkäufe und weitestgehend ohne Coronahilfen. Die Bundeshilfen sind nach den Zuschauerzahlen aus dem Jahr 2019 berechnet und das hilft den etablierten Vereinen schon, den Aufsteigern allerdings nicht. Der VfB ist einer davon.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, als sportpolitische Sprecherin meiner Fraktion habe ich selbstverständlich dieses Problem bis nach Berlin getragen. Ich unterstelle Ihnen, dass sie

1 es in ihren Parteien genauso gehandhabt haben. Nur machen wir uns auch ehrlich: genutzt hat es nichts, berücksichtigt wurden unser aller Einwände nicht. Weder meine, noch Ihre. Die Verlängerung der Corona Hilfe durch den Bund wird nur den Vereinen zugute kommen, die 2019 schon erhebliche Zuschauerzahlen hatten, weil sie bereits in einer Profiklasse gespielt haben.
Das wissen Sie und das weiß ich. Und was wir auch alle wissen: Die Verhandlungen zu dem Thema sind abgeschlossen. Komplett. Die Tür ist zu. Deshalb nützt ihr Antrag niemandem und man muss fast zwangsläufig den Eindruck gewinnen, dass sie es nicht ernst meinen. Wenn sie es aber ernst meinen und wenn es ihnen ein Anliegen ist, ehrlich über Corona-Hilfen im Profisport zu sprechen, dann lassen Sie uns darüber reden. Das bedeutet aber auch, dass die Landesregierung Verantwortung übernehmen und selbst Coronahilfen ausschütten muss. Wir fordern eine ehrliche und nachhaltige Unterstützung der Vereine in SH, die im Profisport bisher so gut wie leer ausgegangen sind. Der VfB Lübeck mag nur das prominenteste Beispiel sein, aber dann fangen wir doch gemeinsam damit schon mal an.“



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