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26.03.21
14:47 Uhr
B 90/Grüne

Eka von Kalben zur besseren Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie

Presseinformation

Landtagsfraktion Es gilt das gesprochene Wort! Schleswig-Holstein TOP 29 – Kinder und Jugendliche Pressesprecherin in der Pandemie besser unterstützen Claudia Jacob Landeshaus Dazu sagt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin Düsternbrooker Weg 70 Der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, 24105 Kiel
Zentrale: 0431 / 988 – 1500 Eka von Kalben: Durchwahl: 0431 / 988 - 1503 Mobil: 0172 / 541 83 53
presse@gruene.ltsh.de www.sh-gruene-fraktion.de
Nr. 129.21 / 26.03.2021

Wir fordern Freiräume für Jugendliche
Sehr geehrte Damen und Herren,
je jünger der Mensch, desto länger die Pandemie im Verhältnis zur eigenen Lebenszeit. Und desto härter die Auswirkung auf die eigene Biographie. Ich habe in den letzten Wo- chen und Monaten viele digitale Gespräche mit Jugendlichen und Menschen, die in der Jugendhilfe arbeiten, geführt. Die Rückmeldungen sind verheerend. Und wir alle haben das in der zweiten Anhörung des Landtages am 19. Februar hier von den Expert*innen gehört. Auf dieser Grundlage ist der vorliegende Antrag entstanden.
Bisher haben wir Kinder und Jugendliche während der Pandemie entweder als Familien- mitglieder gesehen oder im Bildungskontext wahrgenommen. Also als Kita- oder Schul- kinder. Das war nicht unbedingt falsch, weil es dabei natürlich auch viel um die Situation von Familien während des Lockdowns ging und um Bildungsgerechtigkeit. Aber Kinder und Jugendliche sind mehr als Bildungsobjekte. Sie brauchen Treffpunkte auch außer- halb der Schule. Mehr Kontakte als ihre Familie. Zumal wir wissen, dass sich in vielen Familien während des letzten Jahres ein gewaltiger Druck aufgebaut hat.
Gerade Jugendliche vertrauen sich bei Sorgen und Problemen oft deutlich stärker der eigenen Peergroup an, als den eigenen Eltern. Das ist ein völlig normaler und wichtiger Prozess, den wir bei allen Regelungen berücksichtigen müssen.
Junge Menschen erweitern ihre Horizonte, entwickeln ihre Persönlichkeit, ihre Einstellun- gen zur Gesellschaft, ihre Interessen und Leidenschaften oft in Jugendeinrichtungen au- ßerhalb der Schule. Oftmals starten sie dort als reine Teilnehmende, übernehmen aber dann auch selbst Verantwortung und engagieren sich nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere.
Sie leiten Sportgruppen, organisieren Ferienfreizeiten, leiten die nächste Generation der Jugendfeuerwehr, der DLRG oder des Kinderchors. Engagement fängt oft ganz klein an. Seite 1 von 2 Ich bin sicher, dass die meisten hier im Saal selbst solche Stationen in der Biografie ha- ben.
Die außerschulische Jugendarbeit wird zu einem hohen, hohen Maße vom Ehrenamt ge- tragen – zu dem die Jugendlichen selbst auch zählen. Das letzte Jahr hat hier zu einem wahnsinnigen Einbruch geführt.
Der Landesjugendring hat zum Beispiel davon erzählt, dass die Juleica-Schulungen quasi unmöglich waren. Also die Ausbildung von jungen Jugendgruppenleitungen, die auch eine rechtliche Absicherung der Arbeit mit sich bringt. Das reißt wahnsinnige Lücken auch in das Post-Corona-Programm, die wohlmöglich nicht mehr geschlossen werden können.
Die derzeitige Planungsunsicherheit wird zwangsläufig dazu führen, dass Angebote ein- fach nicht stattfinden, weil es sich für die Träger nicht lohnt, in Vorkosten zu gehen. Dann wird es keine Kirchenfreizeit geben, kein Fußballcamp, keinen Sommerurlaub der Arbei- terwohlfahrt. Und das wiederum hat wirtschaftliche Folgen für ein breites Netzwerk an Personen und Einrichtungen, zum Beispiel Trainer*innen, Jugendherbergen und viele mehr.
Wir fordern Freiräume für Jugendliche. Mehr Treffen von Jugendlichen zu ermöglichen. Da sehe ich schon das Stirnrunzeln der Virolog*innen. Treffen von Jugendlichen mit Ab- stand kann man sich vermutlich schwer vorstellen. Aber zu Unrecht. Es hat im letzten Jahr durchaus auch in den Jugendzentren überzeugende Konzepte gegeben. Und ich denke, dass durch die Ausweitung der Testmöglichkeiten hier auch noch mehr möglich sein kann.
Wenn Kinder und Jugendliche sich in kontrollierten Rahmen und unter Aufsicht treffen, ist das vor allem sicherer ist als rein private Treffen. „Freiräume" heißt also nicht „alle wild durcheinander".
Lassen Sie uns alle gemeinsam dafür sorgen, dass die besonderen Belange von Kindern und Jugendlichen in den Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene berücksichtigt werden. Sie brauchen in unserem Stufenplan eine eigene Berücksichtigung jenseits der allgemeinen Freizeitangebote.
Jugendliche brauchen ihre Peer-Group, sie brauchen Jugendzentren und Jugendtreffs und sie brauchen die Unterstützungsangebote der Kinder- und Jugendhilfe.
Und wir müssen sie beteiligen. Die besten Lösungen werden nie gefunden, wenn über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden wird. Beteiligung ist dabei nicht nur ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung, sondern schafft auch Akzeptanz.
Ich freue mich über eine breite Unterstützung für unsern Antrag. Vielen Dank.
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