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03.09.21
12:18 Uhr
SPD

Martin Habersaat: Jamaika macht Bildungspolitik an der Wirklichkeit vorbei

Heimo Zwischenberger Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion
Adresse Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel Telefon 0431 988 1305 1 Telefax 0431 988 1308 E-Mail h.zwischenberger@spd.ltsh.de Webseite www.spd-fraktion-sh.de PRESSEMITTEILUNG #215 – 03. September 2021
Martin Habersaat Jamaika macht Bildungspolitik an der Wirklichkeit vorbei Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, zum ifo- Bildungsbarometer 2021, zu den berechtigten Wünschen von Eltern und Kindern und zur Jamaika-Bildungspolitik, die an der Wirklichkeit vorbeigeht: “Wie können Corona-bedingte Lernrückstände aufgeholt werden? Welche digitalen Lernformate sollten die Schulen auch nach Corona anbieten? Diese und weitere Fragen untersucht das ifo Bildungsbarometer 2021. Das Ergebnis: Zur Abmilderung von Corona- bedingten Lerndefiziten befürworten große Mehrheiten verpflichtenden Online-Unterricht bei Schulschließungen (74%) und eine intensivere Betreuung von Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen (83%).
Keinem dieser Wünsche, die ebenso verständlich wie vernünftig sind, ist die Jamaika-Koalition nachgekommen. SSW und SPD hatten zur Schulgesetzänderung vor den Sommerferien Vorschläge auf den Tisch gelegt, die verpflichtenden Online-Unterricht und damit verbundene verbindliche Regelungen im ganzen Land zum Inhalt gehabt hätten. Auf die Notwendigkeit hatten bei der Anhörung zum Schulgesetz zahlreiche Anzuhörende hingewiesen. Jamaika hat sich stattdessen entschieden, semantische Schwerpunkte zu setzen und das Wort „Erziehung“ wieder öfter im Schulgesetz erscheinen zu lassen. Inhaltlich fiel CDU, FDP und Grünen zum Thema Erziehung dann allerdings nur eine Verschärfung des Strafenkatalogs ein. Beschlossen wurde ein Schulgesetz, in dem digitales Lernen praktisch nicht vorkommt und das die Erfahrungen von anderthalb Jahren Corona einfach ausblendete.
Auch zur intensiveren Betreuung von Kindern aus schwierigen sozialen Verhältnissen ist Jamaika in der Pandemie wenig eingefallen. Ein Pakt für mehr Schulsozialarbeit zwischen Bund, Land und Kommunen wurde von Jamaika im Mai abgelehnt – man beschränkte sich darauf, Gelder des Bundes weiterzuleiten. Eine Differenzierung bei Schulschließungen oder über den regulären Unterricht hinausgehenden Angeboten nach sozialen Verhältnissen gab es nicht. Was an welcher Schule zum Thema „Aufholen nach Corona“ stattfindet, wird, positiv formuliert, dem Engagement der Lehrkräfte vor Ort überlassen. Negativ formuliert: Es hängt vom Zufall ab. Landesweite Standards, auf die Eltern und Kinder sich verlassen könnten? Fehlanzeige! Das ist eine Bilanz, die eigentlich nicht zur Mitgliedschaft in einem Zukunftsteam qualifiziert – jedenfalls in keinem ernst gemeintem.“
i.V. Felix Deutschmann

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