Fast vier Jahre liegt das Segelschulschiff der Marine, die „Gorch Fock“, schon in der Werft. Immer wieder waren die Sanierungsarbeiten ins Stocken geraten, auch ein Abbruch stand mehrfach im Raum. Landtagspräsident Klaus Schlie hat sich nun erneut ein Bild vor Ort gemacht und der Besatzung kurz vor Weihnachten Mut zugesprochen und ihren Einsatz gelobt. „Was Sie hier leisten, bedarf der besonderen Wertschätzung“, sagte Schlie. Er sei beeindruckt vom Durchhaltevermögen der Mannschaft. Die „Gorch Fock“ genieße hohes Ansehen, sei Besuchermagnet und Sympathieträgerin.
Der Kommandant der Dreimastbark, Kapitän zur See Nils Brandt, bedankte sich für den Zuspruch. „Dieses Schiff ist nicht nur eine leblose Hülle, wir haben viel schon geschafft.“ Für die Besatzung sei diese Phase eine echte Herausforderung. Er sei aber zuversichtlich. Denn: Es gebe nun kein Risiko mehr, dass das Projekt noch platzt. Nach der Fertigstellung des Rumpfs werden nun Vorbereitungen für den Innenausbau getroffen. Bis zum vierten Quartal 2020 sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein, so Brandt. Es sei geplant, dass Anfang 2021 die ersten Kadetten wieder an Bord gehen.
„Gorch Fock“ wird am Ende einem Neubau entsprechen
Vor 61 Jahren war das Segelschulschiff in Dienst gestellt worden. Seit Januar 2016 wird die „Gorch Fock“ saniert. Nach der Insolvenz der Bredo-Werft in Bremerhaven, die zunächst mit der Sanierung beauftragt worden war, hat die Bremer Lürssen-Werft die Arbeiten übernommen und zugesagt, das Schiff für 128 Millionen Euro fertigzubauen. Weitere sieben Millionen Euro sollen dann in die Ausrüstung fließen. Faktisch wird der Traditionssegler am Ende einem Neubau entsprechen.
Im März 2018 hatte sich Landtagspräsident Schlie in zuletzt vor Ort über die Sanierungsarbeiten an dem Segelschulschiff informiert. Die Verbindung des Schleswig-Holsteinischen Landtages zur „Gorch Fock“ geht auf eine lange Tradition zurück – 1982 übernahm das Parlament die bis heute in Deutschland einmalige Patenschaft mit einem Schiff der Marine.