Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Navigation und Service des Schleswig-Holsteinischen Landtags
Springe direkt zu:
Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
In einer Anhörung befasst sich der Bildungsausschuss am Donnerstag mit der Zukunft der Handwerksausbildung im Land. Konkret geht es um den geplanten „Trave-Campus“ in Lübeck. Ein Problem waren zuletzt stark gestiegene Kosten.
Im Dezember machte der Landtag deutlich: Der zentrale Berufsbildungsstandort Lübeck soll langfristig gesichert werden. Streitpunkt der Debatte war der geplante „Trave-Campus“, mit dem in der Hansestadt ein überregionales Ausbildungszentrum für Handwerksberufe entstehen sollte. Wegen stark gestiegener Kosten kann das Projekt nicht im ursprünglich vorgesehenen Umfang verwirklicht werden. Morgen will der Bildungsausschuss mit einer Expertenrunde über mögliche Lösungen diskutieren. Die Anhörung wird im ParlaRadio live übertragen.
Zu den rund 30 geladenen Fachleuten zählen, wie der Tagesordnung zu entnehmen ist, Vertreter verschiedener Landesinnungen, zum Beispiel die der Bootsbauer, Glaser, Augenoptiker und Hörakustiker. Unter den Anzuhörenden sind außerdem Schüler- und Elternvertreter der Beruflichen Schulen, ein Vertreter der Schulaufsicht im Bildungsministerium, der Präsident und der Geschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck sowie der Bürgermeister der Hansestadt.
Bereits in der Dezember-Tagung kritisierte die SPD die Schulentwicklungsplanung des Landes, in der die Berufsschulen bislang nicht einbezogen würden. Und auch in der nächsten Plenartagung in der kommenden Woche machen die Sozialdemokraten zusammen mit dem SSW die Zukunft der beruflichen Bildung wieder zum Thema.
In einem gemeinsamen Antrag fordern die beiden Oppositionsfraktionen, „die allgemeine mit der beruflichen Ausbildung gleichzustellen und gegeneinander durchlässig zu machen“. Das müsse sich auch in der turnusmäßigen Berichterstattung der Regierung widerspiegeln, sagte die SPD-Bildungspolitikerin Kirsten Eickhoff-Weber der Deutschen Presse-Agentur. Für eine landesweite Schulentwicklungsplanung sei eine solide Datengrundlage notwendig.
Ihr Fraktionskollege Martin Habersaat sprach sich für eine Neuordnung der Zuständigkeiten aus. Es dürfe nicht mehr sein, dass die berufliche Bildung mit ihren Besonderheiten „im Bermuda-Dreieck zwischen Staatskanzlei, Bildungsministerium und Wirtschaftsministerium“ verloren gehe. Das sei ein Bereich, um den sich Schleswig-Holstein im Rahmen der Präsidentschaft in der Kultusministerkonferenz kümmern sollte.
Ende November hatte sich der Landtag für den Erhalt von Berufsschulen in der Fläche starkgemacht. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hatte zuvor angekündigt, das Land stelle zusätzlich 1,25 Millionen Euro bereit, um 60 ursprünglich zur Disposition stehende Lehrerstellen zu erhalten.