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24. Februar 2026 – Plenum / Vorschau

Sicherstellung von Schwangerschaftsabbrüchen

Nach dem Trägerwechsel im Flensburger Diako-Krankenhaus droht eine Versorgungslücke bei Schwangerschaftsabbrüchen. SPD und SSW fordern vom Land schnelle Maßnahmen, um ausreichende ambulante und stationäre Angebote sicherzustellen.

Schwangerschaftsabbruch
Ein Formular zum Schwangerschaftsabbruch
© Foto: Jan Woitas/dpa

Nach der Übernahme des Diako-Krankenhauses in Flensburg zum 1. März wollen die katholischen Malteser ambulante Abbrüche nach der Beratungsregelung grundsätzlich nicht mehr anbieten. Möglich bleiben sollen operative Schwangerschaftsabbrüche in der Klinik lediglich bei medizinischer Indikation und der Gefahr für Leib und Leben der Schwangeren sowie nach einer Vergewaltigung über die sogenannte Pille danach. 

Mt ihrem gemeinsamen Antrag fordern die Fraktionen von SPD und SSW von der Landesregierung nun die Sicherstellung ambulanter und stationärer Schwangerschaftsabbrüche. „Das Land trägt [...] die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass ausreichend Einrichtungen zur Verfügung stehen, in denen Schwangerschaftsabbrüche durch ärztlich qualifiziertes Personal durchgeführt werden können“, heißt es dort. In Flensburg drohe eine Versorgungslücke bei operativen Schwangerschaftsabbrüchen, die insbesondere Frauen aus dem nördlichen Landesteil stark benachteiligen würde. Der Ausfall ambulanter Angebote stehe im Widerspruch zur gesetzlichen Verpflichtung des Landes und gefährde die Gesundheits- und Versorgungsrechte betroffener Frauen.

Gespräche mit KVSH geplant

Es  sollten demnach unverzüglich Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) und den Flensburger Gynäkolog:innen aufgenommen werden, um tragfähige Lösungen für die Aufrechterhaltung ambulanter medikamentöser und operativer Schwangerschaftsabbrüche im Raum Flensburg zu entwickeln. Es brauche zudem ein nachhaltiges Versorgungskonzept wie den Aufbau eines medizinisches Versorgungszentrums für Frauengesundheit auf dem Campus des neu entstehenden Fördeklinikums, heißt es im Antrag von SPD und SSW.

Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) hatte im Sozialausschuss erklärt, dass 98 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche ambulant durchgeführt werden. Die Ministerin verwies auf einen Bericht der Stadt Flensburg, nach dem seit 2021 in der Diako keine Abbrüche nach Beratungsregelung stationär durchgeführt wurden. Alle Abbrüche nach Beratungsreglung in der Diako zwischen 2021 und 2024 waren ambulante Eingriffe. Insgesamt wurden dem Bericht der Stadt zufolge 2024 in Flensburg 250 ambulante (operative und medikamentöse) Schwanger­schaftsabbrüche vorgenommen. Davon fanden 32 in den Räumlichkeiten der Diako statt.

Die Berichterstattung erfolgt rund eine Stunde nach Ende der Debatte.

Top 15:

Antrag der Fraktionen von SPD und SSW: