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6. März 2026 – Internationaler Frauentag

„Wir sollten noch mehr Anstrengungen unternehmen“

Anlässlich des Internationalen Frauentages (8. März) wirbt Landtagspräsidentin Kristina Herbst für mehr weibliche Präsenz in der schleswig-holsteinischen Politik. Im Landtag ist der Anteil der Frauen in dieser Legislaturperiode stark gestiegen, schwankt aber von Fraktion zu Fraktion deutlich.

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Frauen in politischen Spitzenämtern v.l.n.r.: Annabell Krämer, Landtagsvizepräsidentin (FDP); Michaela Pries, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen; Serpil Midyatli, Fraktionsvorsitzende (SPD); Jette Waldinger-Thiering, Landtagsvizepräsidentin (SSW); Kristina Herbst, Landtagspräsidentin (CDU); Birte Glißmann, Parlamentarische Geschäftsführerin (CDU); Eka von Kalben, Landtagsvizepräsidentin (Grüne); Uta Roepcke, Parlamentarische Geschäftsführerin (Grüne); Katja Rathje-Hoffmann, Vorsitzende des Sozialausschusses (CDU); Beate Raudies, Landtagsvizepräsidentin (SPD).
© Foto: Landtag, Thomas Eisenkrätzer

Zum Internationalen Frauentag am 8. März hat Parlamentspräsidentin Kristina Herbst darauf aufmerksam gemacht, dass in den Parlamenten in Bund und Ländern der Anteil an Frauen immer noch geringer ist als der Männeranteil. Die Demokratie lebe davon, dass sich die Vielfalt der Gesellschaft auch in den Parlamenten widerspiegele, sagte Herbst. „Frauen machen etwa die Hälfte der Bevölkerung aus. Wenn Frauen in Parlamenten erkennbar unterrepräsentiert sind, weist das darauf hin, dass die heutigen Rahmenbedingungen eine gleichberechtigte politische Teilhabe erschweren.“

Abgeordnete würden frei, gleich und unmittelbar gewählt und die Zusammensetzung der Parlamente sei Ausdruck demokratischer Entscheidungen, dennoch: „Aufgabe der Politik insgesamt sollte es sein, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Frauen und Männer gleichermaßen den Weg in die Politik finden können.“

Transparente und faire Auswahlverfahren von Bedeutung

Es sei wichtig, die Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarkeit von Mandat, Familie und Beruf weiter zu verbessern, betonte die Landtagspräsidentin. Von Bedeutung seien auch transparente und faire Auswahlverfahren in Parteien. Eine gezielte Förderung und Vernetzung von politisch interessierten Frauen könne zusätzlich dazu beitragen, den Anteil von Frauen in den Parlamenten zu erhöhen. „Wir sollten noch mehr Anstrengungen unternehmen, um eine politische Kultur zu schaffen, die Frauen ausdrücklich ermutigt, Verantwortung zu übernehmen. Letztlich liegt eine zentrale Verantwortung aber auch bei den Parteien, die Kandidatinnen und Kandidaten aufstellen.“

Der Internationale Frauentag würdige alle Frauen, die überall auf der Welt gegen Benachteiligung und Unterdrückung von Frauen und für das Selbstbestimmungsrecht, die Freiheit und Gleichstellung von Frauen kämpfen, betonte die Parlamentspräsidentin.

Equal Pay Day

Bereits am 27. Februar fand in diesem Jahr der Equal Pay Day, der internationale Aktionstag für gleiches Entgelt für Frauen und Männern, statt. Er macht auf die noch immer bestehende geschlechtsspezifische Lohnlücke aufmerksam und markiert rechnerisch den Tag, bis zu dem Frauen seit Jahresbeginn umsonst arbeiten, während Männer bereits entlohnt werden. Der Unterschied zwischen den Einkommen von Frauen und Männern wirkt sich auch auf die Renten aus. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhalten Frauen durchschnittlich 30 Prozent weniger Rente.

Dazu sagte Landtagspräsidentin Kristina Herbst: „Frauen und Männer müssen für die gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden, das sollte in einer modernen Gesellschaft selbstverständlich sein. Ich bedaure, dass dies immer noch nicht überall der Fall ist. Ich bin aber froh und dankbar, dass der öffentliche Dienst hier mit gutem Beispiel vorangeht und eine gleiche Bezahlung von Frauen und Männern vorsieht.“

Frauenanteil im Landtag stark gestiegen

Im Schleswig-Holsteinischen Landtag sind aktuell 30 der 69 Abgeordneten Frauen. Das entspricht einer Quote von 43,47 Prozent, dem höchsten Wert in der Geschichte des Hohen Hauses. Im Vergleich zur vergangenen Wahlperiode ist der Frauenanteil damit stark gestiegen, zuletzt lag er damals bei 30,1 Prozent. Historisch variierte der Frauenanteil zwischen den Wahlperioden: Während 2009 schon 36,8 Prozent weibliche Abgeordnete im Plenarsaal saßen, waren es 2012 nur noch 31,9 Prozent. Anders war es im 1996 gewählten 14. Landtag, der den zweithöchsten Frauenanteil von 38,6 Prozent hatte.

In den Fraktionen schwankt der Anteil dabei. Grüne (14 Sitze), SPD (12 Sitze) und SSW (4 Sitze) sind mit einem Frauenanteil von jeweils 50 Prozent paritätisch besetzt. Bei der FDP sind von den fünf Abgeordneten zwei weiblich (40 Prozent). In der 34 Mitglieder umfassenden CDU-Fraktion gibt es 13 Frauen (38,23 Prozent).