Die Sparankündigungen mehrerer Unis rufen die Opposition im Landtag auf den Plan. Die FDP betrachtet die Entwicklung in Kiel und Flensburg „mit Sorge“ und fordert die Landesregierung auf, die Ziel- und Leistungsvereinbarungen zu überarbeiten, mit denen Land und Hochschulen die Ausrichtung und die Finanzierung der universitären Arbeit alle vier Jahre festlegen. Ziel müsse es sein, „mit einer korrigierten Fassung den weiteren Abbau von dringend benötigtem Personal und einen weiteren Qualitätsverlust bei Forschung, Lehre und Transfer zu verhindern“. Auch die SPD greift das Thema auf und fordert einen mündlichen Regierungsbericht in der März-Tagung.
Anfang des Monats hatte die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) eine neunmonatige Sperre für Wiederbesetzungen ausgerufen. Grund sei die neue Ziel- und Leistungsvereinbarung mit dem Land für die Jahre 2026 bis 2029. Langfristig könnten sogar Professuren und ganze Studiengänge wegfallen, so die Befürchtung der CAU-Leitung. Die Hochschule beklagt steigende Kosten für Personal, Energie und Infrastruktur und einen Investitionsstau an den Gebäuden. Um die in der Ziel- und Leistungsvereinbarung festgelegten Marken zu erreichen, müssten bestehende Einrichtungen saniert und Neubauten realisiert werden – vor allem im Bereich der digitalen Infrastruktur, etwa für das geplante Rechenzentrum.
Pro Jahr fließen 400 Millionen Euro an die neun Hochschulen
Auch die Europa-Universität Flensburg (EUF) hat finanzielle Probleme. Wie die Universität mitteilte, reichten die zugewiesenen Mittel des Landes nicht aus. An der Universität gebe es schon seit März 2025 eine Wiederbesetzungssperre – Stellen würden nur unter bestimmten Umständen neu vergeben. Die Flensburger Uni habe in den vergangenen Jahren eine Reihe von Studieninhalten ausgebaut, etwa die Ausbildung von Lehrkräften für alle Schularten, die Förderung des lebenslangen Lernens, die Pflege von Minderheitensprachen, die digitalen Bildung und den Kampf gegen Antisemitismus. Doch das Grundbudget habe diese Entwicklung nicht genug gefördert, hieß es.
Das Land und seine Hochschulen legen gemeinsam alle vier Jahre fest, wie die Unis und FHs sich weiterentwickeln sollen und wie viel Geld ihnen dafür zur Verfügung steht. Pro Jahr fließen so rund 400 Millionen Euro an die neun Universitäten und Fachhochschulen im Lande. Größter Empfänger war 2025 die CAU mit 213,2 Millionen Euro. Es folgten die Fachhochschule Kiel (35,6 Millionen), die Uni Lübeck (35,4 Millionen), die Uni Flensburg (32,4 Millionen) und die Technische Hochschule Lübeck (27,4 Millionen). Mit den Zuschüssen sind Vorgaben an die Profilbildung verbunden.