
Gute Neuigkeiten für die Friesen: Das Land will ihre Sprache als reguläres Schulfach ermöglichen. Bildungsministerin Dorit Stenke, Landtagspräsidentin Kristina Herbst und Landtagsdirektor Utz Schliesky (v. l.) bei der Sitzung des Friesengremiums.
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Foto: Landtag, Michael Neubauer
Wie steht es um den Friesischunterricht an Schleswig-Holsteins Schulen? Welche Projekte beschäftigen die friesischen Vereine und Institutionen, und wie entwickelt sich deren Förderung? Diese und weitere Fragen standen heute (26. Oktober) bei der 70. Sitzung des Gremiums für Fragen der friesischen Volksgruppe im Kieler Landeshaus auf der Tagesordnung. Unter Vorsitz von Landtagspräsidentin Kristina Herbst kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und friesischer Volksgruppe zusammen. Eine wichtige Nachricht brachte Bildungsministerin Dr. Dorit Stenke mit: Friesisch soll ab dem Schuljahr 2029/30 als reguläres Schulfach angeboten werden können.
Voraussetzung dafür sind eine entsprechende Nachfrage und ausreichend qualifizierte Lehrkräfte. Ab 2027 sollen neue Fachanforderungen für die Sekundarstufen I und II sowie für Regional- und Minderheitensprachen an Grundschulen erarbeitet beziehungsweise weiterentwickelt werden. Zudem will das Land mit den Hochschulen über Friesisch als reguläres Lehramtsfach sprechen und weitere Qualifizierungsmöglichkeiten prüfen. Derzeit bieten neun Schulen Friesischunterricht an, darunter zwei Schulen der dänischen Minderheit. Die Zahl der Schulen ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen.
Das Friesengremium
Das Gremium für Fragen der Friesischen Volksgruppe tritt zweimal im Jahr unter Vorsitz der Landtagspräsidentin oder des Landtagspräsidenten zusammen. Seit 1988 befasst es sich mit Fragen zur Pflege und Förderung der friesischen Sprache, Bildung und Kultur. Ihm gehören Abgeordnete des Landtages und des Bundestages, der Minderheitenbeauftragte des Landes sowie Angehörige des Friesenrates an. Das Gremium bietet der friesischen Volksgruppe die Möglichkeit, ihre Anliegen unmittelbar mit der Politik zu erörtern. Rund 50.000 Menschen fühlen sich der nordfriesischen Volksgruppe zugehörig – sie leben vor allem im Kreis Nordfriesland und auf der Insel Helgoland.
Mehr Lehrkräfte für Friesisch gewinnen
„Friesisch ist ein lebendiger Teil unserer kulturellen Identität in Schleswig-Holstein“, betonte Stenke in einer Mitteilung des Bildungsministeriums. Um die Sprache an kommende Generationen weiterzugeben, brauche sie einen festen Platz in den Schulen. Dafür müssten auch mehr Lehrkräfte gewonnen und qualifiziert werden. Ein erster Schritt sei mit dem neuen Friesischerlass getan, der seit dem 1. August 2026 gilt und den Schulen mehr Spielraum bei der Gestaltung des Unterrichts eröffnet. Nun gelte es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Schulen ab dem Schuljahr 2029/30 Friesisch als reguläres Fach anbieten könnten. „Damit geben wir dem Friesischunterricht eine langfristige Perspektive“, so die Ministerin.
Auch der Minderheitenbeauftragte des Ministerpräsidenten, Johannes Callsen, und Ingwer Nommensen, Vorsitzender des Friesenrates Sektion Nord, begrüßten die Pläne. „Ein verlässlicher Friesischunterricht ist dafür ein wichtiger Baustein“, erklärte Callsen mit Blick auf den Erhalt der Sprache. Nommensen sprach sich zudem für ein flächendeckendes Angebot in allen Schulformen aus.
Weitere Themen der Sitzung waren aktuelle Projekte der friesischen Vereine, Verbände und Institutionen sowie die Arbeit des Minderheitenbeauftragten. Zudem standen ein Sachstandsbericht zur Friesenstiftung und die Förderung von Projekten friesischer Vereine in den Jahren 2026 und 2027 auf der Tagesordnung.
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