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17.11.99 , 12:56 Uhr
CDU

Ursula Pöper: Priorität für Berufliche Bildung

LANDTAGSFRAKTION S C H L ES WI G - H O LS T EI N

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PRESSEMITTEILUNG Nr. 524/99 vom 17. November 1999
Ursula Röper: Priorität für Berufliche Bildung
„Berufliche Bildung muss endlich Priorität in der Bildungspolitik erhalten“, forderte die berufsschulpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der CDU- Landtagsfraktion, Ursula Röper, MdL, heute im Rahmen einer Podiumsdiskussion der Personalvertretung der Lehrkräfte in Ausbildung am IPTS 23 in Kiel.
Die Berufsschulexpertin verwies auf den drohenden Lehrernotstand an beruflichen Schulen: „Schülerzahlen und Lehrbedarf entwickeln sich in den beruflichen Schulen anders als in den allgemeinbildenden Schularten. Während das Angebot an Lehrkräften für allgemeinbildende Schulen auch in Zeiten steigender Schülerzahlen ausreichen wird, um den Ersatzbedarf durch Pensionierungen und Neueinstellungen zu decken, wird von Expertenseite für die beruflichen Schulen ein Verhältnis von einem Bewerber auf 2,5 offene Stellen prognostiziert“. Dieser Trend werde sich in Schleswig-Holstein auf besonders dramatische Weise bemerkbar machen, denn seit einigen Jahren könnten die Referendarstellen für die beruflichen Schulen nicht mehr besetzt werden. Ursula Röper macht für diesen Trend auch die verfehlte Berufsschulpolitik der letzten Jahre verantwortlich: „Die jahrelange Entbeamtungspolitik dieser Landesregierung hat viele junge und motivierte Lehrerinnen und Lehrer abgeschreckt durch soziale Benachteiligung gegenüber beamteten Kolleginnen und Kollegen und schlechte Berufsperspektiven.“ Viele hätten vor diesem Hintergrund attraktivere Einstellungsangebote in anderen Bundesländern vorgezogen oder ganz und gar die Lehrerlaufbahn aufgegeben und seien in den Bereich der Wirtschaft gewechselt.
Hier muss endlich ein politisches Signal erfolgen, das in Schleswig-Holstein die Berufsschullehrerlaufbahn wieder attraktiv für junge Lehrkräfte werden lässt. „Vor diesem Hintergrund ist schnellstmöglich zu prüfen, ob für die angehenden Berufsschullehrer durch eine Anrechnung ihrer bisherigen Berufsleistung auf die Referendarszeit zusätzliche Anreize geschaffen werden können. Fahrtkostenerstattungen für Referendare seien eine weitere Möglichkeit, die soziale Lage der Referendare zu verbessern. „Mit diesen Möglichkeiten hat sich die rot-grüne Regierung aber bisher überhaupt nicht beschäftigt, obwohl der Trend natürlich seit langem bekannt ist. Erst jetzt will die Landesregierung darüber nachdenken, wie man den Beruf des Berufsschullehrers wieder attraktiv machen kann. Dieser Impuls kommt viel zu spät“, so Ursula Röper.
Obwohl in der Sicherung des Lehrernachwuchses eines der Hauptziele der Berufsschulpolitik liegen müsse, brauchen die Berufsschulen auch spürbare Verbesserungen in der aktuellen Unterrichtsversorgung.
„Das Unterrichtsfehl ist gerade in den beruflichen Schulen zum Teil dramatisch hoch“, weiß die Politikerin aus regelmäßigen Gesprächen mit Referendaren, die zu Recht über die schlechten Ausbildungsbedingungen klagen, und sowie Vertretern der Berufsschullehrerverbände. „Die Landesregierung streitet diese Defizite zwar ab, vor Ort wird die Schulwirklichkeit aber deutlich. Da hilft kein Beschönigen oder Verniedlichen, sondern eine klare Prioritätensetzung auch in der Planstellenzuweisung“, erklärte die CDU-Abgeordnete. Sie verwies dabei auf die angekündigten zusätzlichen 1000 Lehrerplanstellen. Es sei zu begrüßen, dass sich jetzt alle anderen Parteien dieser Zahl angeschlossen haben; dennoch müsse man sich die Möglichkeit offen halten, im Bedarfsfall und bei entsprechender Haushaltslage noch nachzulegen. Die CDU habe daher eine entsprechende Prüfung der Lage zur Mitte der kommenden Legislaturperiode angekündigt. Außerdem müsse in der Zuweisung der neuen Planstellen genau geprüft werden, welche Schularten den höchsten Bedarf hätten. Neben den Hauptschulen seien dies unbestritten auch die beruflichen Schulen. „Dennoch sollen dieser Schulart laut Haushaltsentwurf 2000 gerade 15 zusätzliche Planstellen zugewiesen werden. Dies kommt bei den Schulen, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern nicht einmal mehr als schlechter Scherz an“, so die Bildungsexpertin.
Ursula Röper räumte ein, dass es in der nahen Zukunft großer Anstrengungen bedürfe, um die Versäumnisse der zurückliegenden Jahre auszugleichen. „Die alte CDU- Forderung, die Beruflichen Schulen zu innovativen Bildungszentren ihrer Region weiterzuentwickeln, durch Kooperationen mit anderen Weiterbildungseinrichtungen Ressourcen gemeinsam zu nutzen und die beruflichen Schulen für die Weiterbildung zu öffnen, steht nach wie vor im Raum. „Wir halten an diesen Vorstellungen fest,“ so Ursula Röper. Durch diesen Ansatz könne neben der personellen auch die sächliche Ausstattung der beruflichen Schulen spürbar verbessert werden.
„Für die beruflichen Schulen muss viel getan werden und dies schnell“, kündigte Ursula Röper eine deutliche Schwerpunktsetzung der CDU-Bildungspolitik zugunsten der beruflichen Bildung an. Dazu gehöre auch die sofortige Verbeamtung der Lehrkräfte. Vieles sei eine Frage der Finanzen und der politischen Prioritätensetzung. Manches sei kostenlos, aber unbezahlbar: die Glaubwürdigkeit. Die Schulen und alle, die an ihnen beteiligt sind, brauchen eine neue Verlässlichkeit. Sie hätten genug von Lippenbekenntnissen, sondern wollten Taten. „Für die beruflichen Schulen ist es höchste Zeit“, erklärte Ursula Röper abschließend.

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