Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

26.11.99 , 14:21 Uhr
B 90/Grüne

Veranstaltung zur Pränataldiagnostik

PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Telefax: 0431/988-1501 Mobil: 0172/541 83 53
Positionen zur E-Mail: Internet: presse@gruene.ltsh.de www.gruene.ltsh.de
Pränataldiagnostik - Nr.366.99 / 26.11.99 BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN eröffneten inter-disziplinären Dialog
Mit einem interdisziplinären Diskussionsforum eröffnete gestern die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen den Dialog zum Thema pränatale Diagnostik. Auf Einladung der Fraktionsvorsitzenden Irene Fröhlich diskutierten Vertreter der Universitätsklini- ken Kiel und Lübeck, MitarbeiterInnen aus der humangenetischen Beratung, He- bammen, FrauenärztInnen, PolitikerInnen, die Frauenministerin des Landes Schles- wig-Holstein, Vertreter der Behindertenverbände sowie betroffene Eltern und eine Vielzahl Interessierter über die Chancen und Risiken der pränatalen Diagnostik.

„Kein Leben kann an sich unwert sein. Diese Feststellung wirft die Frage nach medi- zinischer Selektion auf vor dem Hintergrund unheilbarer Krankheiten, die durch prä- natale Diagnostik erkannt werden können. Hier kann es gerade mit unserer besonde- ren geschichtlichen Erfahrung und Verantwortung keine einfachen Antworten für Wis- senschaft und Politik geben. Der wissenschaftliche und medizintechnische Fortschritt scheint uns zu überrollen, unser Gefühl, unser Verstand und nicht zuletzt unser mora- lisches Bewusstsein stolpern dieser Entwicklung hinterher. Wir dürfen dieses Ausei- nanderdriften nicht länger zulassen. Gerade Politiker sind hier in die Verantwortung genommen, Information und Diskussion voran zu treiben, um zu konkreten Hand- lungsschritten zu kommen.“, fasste Irene Fröhlich die Kernasssagen der Veranstal- tung zusammen. Anlass der Veranstaltung war die Veröffentlichung des Abschlussberichtes der „En- quêtekommisssion Gentechnik“ des Schleswig-Holsteinischen Landtages, der sich in einem Teilbereich mit der Anwendung von gentechnischen Methoden im Rahmen der Humanmedizin befasst. Ziel der Veranstaltung war nicht, die Methoden der pränata- len Diagnostik grundsätzlich abzulehnen oder vorbehaltlos zu bejahen. Ziel der Ver- anstaltung war es vielmehr, anhand der zwangsläufig heterogenen Positionen und sehr unterschiedlichen Blickwinkel zu diskutieren

• wo die Nutzen und wo die Risiken der Pränataldiagnostik zu sehen sind, • welche differenzierte Umgehensweise mit diesen Möglichkeiten, ihren Chancen und Gefahren angemessen ist • in welchem Ausmaß und in welcher Form Begleitung, Beschränkung und Kontrolle ihrer Anwendung notwendig sind, • ob das Angebot an Humangenetischer Beratung in Schleswig-Holstein verbessert werden muss, • ob eine Trennung von normaler Schwangerschaftsvorsorge und pränataler Dia- gnostik geboten ist und • inwieweit eine zusätzliche Qualitätssicherung der pränatalen Diagnostik aber auch der begleitenden Beratung erforderlich sind.

Frauenministerin Angelika Birk sah im Rahmen ihres Verantwortungsbereiches Handlungsmöglichkeiten bei der Fortbildung für Mitarbeiterinnen der §218- Beratungsstellen sowie im Bezug auf die Entwicklung differenzierten Informations- materials für ratsuchende Frauen und Paare.

Wichtige Beiträge und Erfahrungsberichte betroffener Eltern und Vertretern der Be- hindertenverbände bereicherten die Diskussion um tiefgehende Fragestellungen und ethisch-moralische Aspekt, die weit über eine rein wissenschaftlichen Diskussion hin- aus gingen. ***

Download PDF

Pressefilter

Zurücksetzen